Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
37
JPEG-Download
 

Magnetismus 37

heilsameRevolutionen, auf welche Ruhe und Erleichterung folgen. Imdritten Grade weicht die Sinnlichkeit ganz zurück, die magnetisirtePerson hat keine Wahrnehmung der Außenwelt durch die Sinne,kommt in den Zustand einer Betäubung, welche mit dem Namendes magnetischen Schlafes belegt wird. In diesem Gradehört und fühlt der Mensch nicht und liegt in einem Zustand dervölligen Erstarrung; er hat zwar dabei die Erinnerung an den wa-chenden Zustand, nach dem Wachen selbst aber keine an das, wasihm im magnetischen Schlafe vorgekommen ist. Zu den besondernErscheinungen dieses Grades gehören vorzüglich Ohnmachten, all-gemeines, konvulsivisches Zittern, Krämpfe, cataleptische und sogarzuweilen dem Schlagfluß ähnliche Zufälle. Die beiden vorherigenGrade durchgeht der Magnetisirte zuweilen schnell und oft unmerk-lich, wenn er in die höhern Grade versetzt wird, dieser aber zeigtsich immer sehr stark, selbst dann, wenn "der Mensch auch von ihmin den vierten Grad übergeht. Dies geschieht, wenn er in demmagnetischen Schlafe, nicht aus ihm, erwacht, wobei ihm dasBewußtseyn,, wie aus einem verworrenen Traum« zurückkehrt under sich und feinen Zustand allmälich deutlich erkennt. Er ist dabeiimmer im Schlafe, den er nicht willkürlich aufzuheben vermag, al-lein es ist keine Betäubung mehr, und selbst der Schlaf ist nureine leichte Fessel für ihn, welche das innerlich erwachende Bewußt-seyn, einem sehr lebhaften Traume ähnlich, nicht mehr zu beschrän-ken vermag. Da es aber kein natürlicher, sondern ein magnetischerSchlaf ist, so ist auch das Erwachen in ihm nur innerhalb dermagnetischen Sphäre möglich, in deren Abhängigkeit ersetztlebt. Diese Abhängigkeit bezieht sich vorzüglich auf den Magneti-seur, durch welchen er gewissermaßen empfindet, handelt, denkt,und darum gleichsam das Organ für ihn ist, durch welches dieAnßendinge wieder auf ihn wirken. Dieser Grad ist also ein Schlaf-wachen, oder das sogenannte Schlafwandeln, und wird mit demNamen der vollkommenen Crise oder des einfachen Som-nambulismus belegt. Der in sich selbst erwachte, äußerlichaber noch schlafende Mensch gelangt wieder zu seinem vorigen Be-wußtseyn, aber sein Verhältniß zu der Außenwelt ist abgeändert,die äußern Sinne bleiben gänzlich geschloffen, oder treten unter ei-ner andern Form hervor. Doch geschieht dies nicht plötzlich, son-dern nach und nach in mehreren auf einander folgenden magnetischenBehandlungen, und dem gemäß entwickeln sich nun auch die diesemZustande entsprechenden wunderbaren Erscheinungen. Es kommtdem Kranken anfangs vor, als wenn er in Nebel gehüllt sey; derin sich vollkommen erwachte Somnambul unterscheidet aber auch inder Folge nichts mit den Augen als Licht und Finsterniß. Gewöhn-lich sind die Augen geschloffen, wenn sie aber auch in seltnen Fäl-len geöffnet sind, so sieht er doch nichts mit ihnen; denn der Aug-apfel ist krampfhaft in die Höhe gezogen oder starr, die Pupilleerweitert und unempfindlich. Weder der Kranke, noch ein Andererkann das Öffnen der geschlossenen Augen bewirken; will man dieAugenliedcr mit Gewalt aus einander ziehen, so erfolgen konvulsivi-sche Bewegungen der Gesichtsmuskeln. Dessen ungeachtet siehtder Somnambul, aber nicht mit den Augen; der Gesichtssinnentwickelt sich zuerst im Getaste, so daß der Somnambul durch das-selbe die feinsten Gesichtögegenstände, sowohl ihren Umrissen als Far-ben nach, deutlich unterscheiden kann. Am vorzüglichsten wird die