Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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38 Magnetismus

Magengegend, dem Sonnengeflechte des Nervensystems gegenüber,der Sammelplatz aller Sinnesempsindungen, und hauptsächlich desGesichtssinnes. Der Somnambul sieht und erkennt alles, was manidm an die Herzgrube hält, in der Folge sogar, wenn dieses Wahr-nehmungsvermögen erst geübt ist, wenn es diese nicht berührt, son-dern man es nur in einiger Entfernung der Herzgrube gegenüberhält, ja sogar weiterhin, wenn Körper dazwischen gehalten werden;nur dürfen diese keine isolirenden seyn. So wußte z. B. eine Som-nambule genau, was der Magnetiseur in der verschlossenen Handhatte, sobald er den Rücken derselben auf ihre Herzgrube legte. Sieerkannte jede feste oder flüssige Substanz, die, in einem Behältnisseverschlagen, ihr auf dieselbe Stelle gelegt wurde. Einen auf dieselbeWeise verwahrten Bries konnte sie eben so lesen. Bei weiterer magne-tischer Behandlung kann das Wahrnehmungsvermögen des Somnam-buls für Gcsichtseindrücke noch höher gesteigert werden, es beschränktsich dann sogar nicht mehr auf das Getaste und die Herzgrube, son-dern es verbreitet sich über die ganze Oberfläche des Körpers, trittals erweitertes Gemeingefühl über das Hautorgan hinaus und ver-mittelt dem Somnambul auch von fernen Umgebungen eine Wahrneh-mung. Es drückten sich Somnambulen hierüber selbst auf folgendeArt aus, „daß sie die Außendinge sähen, aber mit keinem bestimmtenOrgane, sondern so, wie man sim Traume sieht; oder alswenn alles bell vor den Augen wäre, zuweilen gleichsam Blitze vorbeischössen; sie sähen nichts mit den Augen, bemerkten aber doch alles;es wäre als wenn sie es auf andere Art als durch das Gesicht wahr-nähmen." Der Somnambul weiß daher während seines magnetischenSchlafes bei seinem Herumwandeln alle» im Wege stehenden Hinder-nissen im Hellen so gut als im Finstern, so geschickt auszuweichen,daß er nirgends anstößt, läßt sich auch durch niemand gern füh-ren. Am deutlichsten offenbart sich das Wahrnehmungsvermögen desSomnambuls in Rücksicht seines Magnetiseurs; andere Personenmuffen erst mit diesem in Berbindung gesetzt werden, wenn der Som-nambul sie sehen soll. Dieses Wahrnehmungsvermögen kann so erhöhtwerden, daß der Somnambul Dinge bemerkt, die wegen ihrer Fein-heit außer der gewöhnlichen Sphäre unserer Sinne liegen, wie z. B.manche einen von dem Magnetiseur ausgehenden Glanz wahrnehmen,der von dem Körper desselben, besonders den Augen, Haaren undFingerspitzen, wie elektrisches Feuer ausströmt. Auch das Gehör desSomnambulen erwacht wieder, oberes ist auch dies kein Hören mitden Ohren, sondern Nur ein in der Herzgrube Statt findendes Wahr-nehmen dessen, was der Magnetiseur, oder eine mit diesem in Ver-bindung gesetzte Person, spricht. Das erhöhte Gefühl des Somnam-bulen äußert sich noch auf manche besondere Weise. Die innigste Ver-bindung sind°t zwischen ihm und dem Magnetiseur Statt; die Annä-herung fremder Personen emvsindet er sogleich, schon auf 10 bis 15Schritte, auf unangenehme Art, nur wenn sie in Verbindung mitdem Magnetiseur (in Rapport) stehen, kann er die Gegenwart jenerertragen. Aus die Berübrung von einer fremden Person bekommt die-selbe Lähmungen oder Krämpfe. Am widrigsten wirken Metalle aufihn; berühren sie ihn, so erfolgen Stiche, brennende Empfindungen,Unruhe, Angst, Krämpfe, Convulsionen, Lähmung und Erstarrung,ja selbst Bewußtlosigkeit. In Bezug auf ihn selbst äußern sich beiden Somnambulen gleichfalls mehrere besondre Erscheinungen. Bei-nahe alle haben den freien Gebrauch ihrer Sprache, oder sie bedienen