Band 
Sechster Band. M und N.
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39
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Magnetismus 39

sich doch der Schrift oder der Gebehrdensprache; manche spreche»in ganz ungewohnten Dialekten. Hat der Kranke diesen Grad ersteinige Mal erreicht, so wird er in der Folge um so leichter in dieseErise versetzt, wenn ihn der Magnetiseur nur anhaucht, oder ihnmit dem Blicke sixirt; sogar von selbst erfolgt dieser Zustand nachgewissen Veranlassungen und Perioden. Die Dauer eines solchenmagnetischen Zustandes ist gewöhnlich nur eine oder einige Stun-den; er kann aber auch länger, selbst einige Tage, anhalten, mitdazwischen laufendem natürlichem Schlafe, so daß der Somnambulsogar mancherlei Geschäfte verrichten kann. Aber auch in diesemGrade können heftige Reactionen, Krämpfe und Convulsionen ein-treten, besonders auf widrige Einwirkungen oder auf Störungender Erise. Im fünften Grade des magnetischen Zustandes bleibtder Somnambulismus, der Kranke geht aber wieder in sich zurückzur innern Selbstbeschauung. Das Gemeingefühl, zugleich auch dasBewußtseyn, wird in dem Grade erhöht, daß der Somnambul einehelle Erkenntniß seines innern Körper- und Gemüthszustandes be-kommt, die als nothwendige Folge eintretenden Krankheitserschei-nungen auf das pünktlichste vorausberechnet, und die wirksamstenMittel zu ihrer Beseitigung bestimmt. Dieser Grad heißt dieSelbstbeschauung, das Hellsehen, Clairvoyence; derSomnambul heißt nun Hellsehender, Clairvoyant. So sehr dieErscheinungen dieses Grades bezweifelt worden sind, so haben dochunwiderlegliche Beobachtungen sie gewiß gemacht. Das innere Hell-sehen erstreckt sich aber auch auf die durch magnetischen Rapport inVerbindung mit ihm stehenden Personen, besonders auf den Magne-tiseur. Krankheitsgefühle, welche diesen afsiciren, fühlt der Clair-voyant mit, eine Taschenuhr, welche z. B. der Magnetiseur gegensein Ohr hielt, glaubte die Kranke vor ihrem eignen Ohre zu hö-ren, dagegen sie nichts vernahm, sobald die Uhr wirklich gegen ihrOhr gehalten wurde. Es können sogar nicht bloß die Krankheits-gefühle, sonder» wirkliche Unpäßlichkeiten selbst auf den Magneti-sirten übertragen werden, auch Gemüthsaffecte des Magnetiseurswirken auf ihn. Ist der Clairvoyant schon weit gegen den folgen-den Grad vorgerückt, so bedarf es nicht mehr der unmittelbarenBerührung, um einen andern Kranken mit ihm in Verbindung (inRapport) zu setzen, sondern beide können meilenweit von einanderentfernt seyn, und dennoch kann der Magnetiseur vermittelst be-stimmter Zwischenkörper einen solchen Rapport zu Stande bringen,daß der Clairvoyant die innern Zustände des entfernten Krankendeutlich fühlt und erkennt. So ist auch bei diesem Grade die Ge-genwart des Magnetiseurs nicht erfoderlich, sondern ein magneti-scher Substitut versetzt ihn schon in den Zustand der Clairvoyance.Im sechsten Grade des magnetischen Zustandes (der allgemei-nen Klarheit, Ekstase oder Desorganisation) tritt derKranke wieder aus sich heraus, und in eine höhere Verbindungmit der gesammten Natur. Das, was vorher bloß innere Selbst-beschauung war, verbreitet sich nun über das Nahe und Entfernte,wird weder durch Raum, noch durch Zeit mehr beschränkt. Mit ei-ner ungewöhnlichen Deutlichkeit durchblickt er das Verborgne in derVergangenheit und das in feinem Keime noch liegende Zukünftige.Was der Kranke auch nicht so deutlich erblickt, drängt sich ihmdunkel als Ahnungsgefühl auf. Die schon im vorigen Grad er-höhte Geistesthütigkeit steigt hier noch höher, die Sprache des