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ßere Vollendung erreichte dagegen die Mahlerei in der neuere», rchristlichen Zeit, ja sie erlangte sogar über die Plastik die Ober- n
Herrschaft, welche man wie den Geist der neueren Poesie und Kunst l
überhaupt, im Gegentheil der antiken oft pittoresk ge- n
nannt hat. „Alls sich," sagt Jakobs in seiner trefflichen Rede über d
den Reichthum Griechenlands an plastischen Kunstwerken, „die Kunst k
an der Liebe zu dem göttlichen Stifter der Religion emporhob, t
mußte.sie sich in neuere Gesetze fügen. Ihr Streben mußte zu- s
nächst auf Bedeutsamkeit gehen, und dadieseinderMahlereileich- s
ter zu erreichen war, so stieg diese Kunst schon darum über die e
Plastik hinauf." In den christlichen Zeiten, wo das Gemüth dieherr- f
schenke Richtung nach Innen gewann, wo es in dem äußerlich Her- L
vorgebrachten mehr seine Empfindung abgespiegelt sehen d
wollte, wurde daher die Ma HIerei, als die sich unendlich mehr k
dem Ausdruck der Empfindung eigner als die Plastik, mit der l
größten Liebe gepflegt, und zur höchsten Vollkommenheit gebracht d
Die neugriechische Schule oder Kunst wird gewöhnlich für den ge- f
rneinschaftlichen Namen der ganzen neuern Mahlerei in Europa, oder d
richtiger für die Kunststuse angesehen, durch welche die alte und t
neuere Malerei mit einander in Verbindung stehen. Mit Cdnstan- i
tin wandelte die Kunst in das neue Rom, das er an der Stelle des S
«lten Byzanz (Zgo nach Chr. Geb.) gründete, und viele Kunstwerke l
der Plastik und Mahlerei wanderten mit. (Vgl. Heyne in den >
Lomirwiir. 8oc. 6orrinA. P. XI.) Sehr richtig sagt Fiorillo von ?
den spätern griechischen Mahlern: die Werke der Mahlerei aus den s
Zeiten Justinians müssen uns freilich elend vorkommen; indessen er- !
hielt sich doch immer noch das Handwerk, wenn auch nicht die l
Kunst. Musivische Arbeiten werden in dieser Zeit häufig erwähnt, >
z. B. eine Verklärung Christi in Mosaik für eine Kirche bestimmt. j
Loch scheint auch die enkaustische Mahlerei noch im Gange gewesen !
zu seyn, (Fiorillo Geschichte der Mahlerei r. Bd. S. zo). Im i
vierten Jahrhundert, noch mehr im fünften, verbreitete sich der Ge- !
brauch heiliger Gemählde in den Kirchen im Morgen - und Abend-lande allgemeiner. Und dieser heilige Gebrauch entflammte die :
Künstler zu neuem Eifer, die christliche Religion ward die Mutterder neueren Mahlerei; oft empfahl auch die Mahlerei jene bei ihrerAusbreitung. Aber vieles mußte die Kunst unter der Herrschaftbarbarischer Rationen leiden. Doch hörte sie nie ganz auf. DiePäpste und Bischöfe beförderten sie sehr. Vorzüglich aber wurdenGemählde religiöser Art im Occident geschätzt und viele Legendenvon ihrem übernatürlichen Ursprung damit in Verbindung gesetzt.
Bon 72Ü an aber erhoben sich im Orient die zerstörenden Verfol-gungen gegen die heiligen Bilder, und viele griechische Künstlerwanderten nach Italien. Hier wurde die Kunst vorzüglich bewahrt,jedoch wurden seit dem neunten Jahrhundert die Mahler seltner.Gegen das Ende des dreizehnten Jahrhunderts aber beginnt inItalien eine neue Kunst, die man, da sie in einem gleichsam abge-schlossenen Cyclus (als dessen Repräsentanten Michel Angela, Cor-reggio, Rafael, Titian und Guido Reni angesehen werden können)einen eigenthümlichen Charakter entwickelte, im Gegensatz der Mah-leret der übrigen Nationen die italienische Mahlerei oder Schulenennt. Ihr Streben war, die Schönheit in den edelsten Formenzu offenbaren, und das Ideal der Antike auf die Mahlerei überzu-tragen. Man pflegt die italienische Mahlerei oder Schul« (s, d-