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Sechster Band. M und N.
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70 Majestät Majorans

Majestät, Majestätsrechte, Majestätsverbrechen.Majestät ist im eigentlichen Sinn die höchste Würde im Staate, y.welche auf demjenigen ruht, dem die Obergewalt im Staate über- Atragen ist, oder die Wurde des Regenten, als solchem. In der n.äußern Anerkennung dieser Würde beruht das Majestäts-recht, welches mehrere Beziehungen hat, die man Majestät- „rechte nennt, und zu welchen hauptsächlich die persönliche Unser- ^lctzlichkcit der regierenden Personen gehört. Denn es ist natürlich, ^daß diejenigen vor alle» geehrt werden, deren Thätigkeit das Be- zistehen und Wohl des Ganzen bezweckt; auch würde ohne dieses duhöchste Gewalt, deren Repräsentanten sie sind, ohne Wirkung seyn. ^

Ein Verbrechen daher, durch welches die regierenden Personen und z,

ihre Würde verletzt wird (orimsn Isesas msjeskLtis, Verbrechen dei ^beleidigten Majestät genannt), ist eines der schwersten Criminalver,brechen, und zu jeder Zeit und überall hart bestraft worden. Ei-nige nennen auch die Hoheitsrechte überhaupt, insbesondre die ab-geleiteten oder Regienmgsrechte Majestätsrechte. (S. d. Art.Hoheit, Hoheiten.) Da in der Demokratie die Gesammtheitdes Volks, in der Aristokratie ein Ausschuß oder eine Classe des-selben, in der Monarchie Einzelne regieren, so find hiernach auchdie Majestätsrechte auf mehrere oder wenigere Personen verbreitet.

Den größten Glanz hat die Majestät, wo sie sich auf einer Persongleichsam concentrirt, daher die monarchischen Verfassungen odnMajestätsrechte und Majestätsverbrechen von vorzüglicher Bedeu-tung sind. (Siehe auch H ochverr.ath.) 1 -

Majolika, eine ältere Benennung der Fayance, welche Einigt ^von dem Kamen des Erfinders, Andre aber von der balkarischen 3 «- ^

sel Majorka, Mallorka, ableiten wollen. *

MajorDomus, der Titel des angesehensten Hofbcamten in> ialten fränkischen Reiche. (S. Pipin.) ^

Majoran» (Gaetano). Dieser unter dem Namen Caffarelli ^

so berühmte Sopranist war gegen das I. 170z zu Bari im König- ^

reiche Neapel, wo sein Vater ein Landmann war, geboren. Er ^

wurde ein Schüler Porpora's wie Farinelli, dem er an Ruf und l

Talent, aber nicht an Bescheidenheit glich. Man weiß, auf welch! ^

Weise Porpora diesen Sänger unterrichtete, dessen Anmaßungenihm verhaßt waren. Fünf Jahre lang beschäftigte er ihn ununter-brochen mit den ersten Elementen; erst im sechsten lehrte er ihn die ^Articulation, Aussprache und Deklamation. Am Ende dieses Jab- 'sres überraschte ihn Porpora mit der Erklärung, daß er ihn nicht« ^

mehr zu lehren habe, indem er der erste Sänger Italiens und der '

Welt sey. — Gegen das Jahr 1730 begab sich Caffarelli nach ,

England, wo er alle Zuhörer in Erstaunen setzte. Nach sein« ^

Rückkehr in fein Vaterland sang er auf mehreren Theatern mit ei-nem außerordentlichen Beifall. Im Jahr 1740 sang er zu Vene- ?

dig; man führt an, daß er für einen einzigen Abend 700 Zecchine«erhielt. Er brachte in kurzem ein so bedeutendes Vermögen zu- ,

sammen, daß er die Herrschaft Santo Lorato kaufen konnte, »0» r

der er den Titel Duca annahm, und die er seinem Neffen ver- .

machte. Nichts desto.weniger fuhr er fort, in den Klöstern und <

Kirchen zu singen, und sich theuer bezahlen zu lassen. Unter an-der» besuchte er auch Paris. Bei seinem Tode, welcher 178z er- ^

folgte, hinterließ er seinem Neffen 12,000 Ducaten jährlicher Ein- .

kunfte.