Band 
Sechster Band. M und N.
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72 Makrobiotik

ten. Der Haftn Porto PL ist trefflich und wird durch das FortSt. Carlos gedeckt.

Makr obiotik (aus dem Griechischen zusammengesetzt vonIliski-Ok, lang, ftios das Leben, ftiorics sarsj, die Kunst zu leben),die Kunst, ein langes Leben zu führen, Lebensverlängerungskunst.Das Leben zu verlängern, ist nur in gewisser Rücksicht möglich.Die absolute Lebensdauer ist dem Menschen bestimmt nach den Ge-setzen der Natur (s. den Art. Leben); allein höchst selten erreicht erdas Ziel des möglich längsten Lebens, sondern durch mancherlei, demLeben feindliche Einflüsse wird dieses verkürzt. Gleichwohl sprichtlanges Leben und Daseyn-jeden Menschen so freundlich an; schonder von Natur eingepflanzte Trieb kettet den Menschen an dasselbe,daß der Wunsch, es so lang als möglich fest zu halten, in einesJeden Seele lebt. Kon jeder war das Bestreben der Menschen da-hin gerichtet, diesen Wunsch in Erfüllung zu setzen; alle Nationenhaben nach ihrem verschiednen Grad von Cultur, nach ihrenjKennt-nissen und Sitten hierzu Anleitung zu geben versucht. Erfahrunglehrte die feindlichen Einflüsse auf das Leben, so wie die ihm gün-stigen erkennen, jene vermeiden, diese befördern. Da man zur Er-haltung und Verlängerung des Lebens schon die Erhaltung der Ge-sundheit hinlänglich hielt, so faßte man diese besonders ins Auge,und glaubte alles gethan zu haben, wenn nur die Gesundheit er-halten wurde, keine Krankheit aufkommen dürfte, jede eingetrctneso schnell als möglich entfernt wurde. Die Arzte bemächtigten sichdaher ganz dieses Feldes der Wissenschaft, und betrachteten sie alseinen Anhang zur Medicin. Es entstand daher die medicinischeDiätetik, wozu man nach und nach sehr viele Anleitungen hatte,die jedoch anfangs bloß eine Zusammenstellung vcrschiedncr Regeln,die Gesundheit zu erhalten, war. Diese Diätetik umfaßte abernoch nicht das Ganze der Makrobiotik, war vielmehr nur ein ein-zelner Theil derselben, welche unter den höhern Standpunkt dersel-ben geordnet werden mußte. Die medicinische Diätetik umfaßt bloßden gegenwärtigen individuellen Gesundheitszustand des Menschen,sucht bloß dessen relative Gesundheit zu erhalten, die Makrobiotikgeht weiter, sie sucht das Leben selbst bis zu seiner absoluten Le-bensdauer hin zu verlängern, alle Feinde des Lebens sucht sie zuerkennen und zu vermeiden, die der Lebensdauer günstigen Ein-flüsse auf den menschlichen Körper zu befördern, und in so fern be-schränkt sie zuweilen selbst die Medicin in Anwendung mancher he-roischen gefährlichen, der künftigen Lebensdauer nachtheiligcn Mit-tel, selbst in zu schneller Entfernung oder Unterdrückung mancherKrankheiten. Dieses höhere Ziel der Makrobiotik faßte vorzüglichder vortreffliche Hufeland in seiner allgemein bekannten Schrift:die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern, ins Auge, und ererreichte es mehr als irgend einer seiner Vorgänger. Sein ein-dringender, herzlicher Ton, die Klarheit seiner Darstellung, dieGründlichkeit seiner Untersuchungen über Lebensdauer der Geschöpfeüberhaupt, der Thiere, und dcß'Menschen insbesondere, die Bestim-mung der absoluten und relativen Lebensdauer des Menschen, diegenaue Untersuchung des menschlichen Lebens, seiner Hauptmomcnteund des Einflusses seiner höhern und intellectuellen Vollkommenheitauf die Dauer desselben, der speciellen Grundlagen und Kennzeichender Lebensdauer, so wie der Erfodcrnisse und Bedingungen zu ei-nem langen Leben, endlich auch dic heilsame Kritik der bisherigen