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Maldiven Malebranche 75
gascar, welchen gemeinschaftlichen Ursprung der dasigcn Einwohnerdie Gleichheit ihrer Sprachen, z. B. der sundaischen und javaischenmit dem Hochmalayschen bewcis't. Sie waren in den ältesten Zei-ten die größte Handelsnation in Wen, deren Fürsten große Flot-ten unterhielten.
Maldiven oder maldivische Inseln, d. h. die umMale gelegenen Inseln, heißt ein aus 1200 Inseln bestehender Ar-chipelagus im indischen Meere vom 8tcn Grad nördlicher Breitebis zum 4ten Grad Eüdcrbrcite. Die Portugiesen, welche 1512dahin verschlagen wurden, brachten sie wegen ihrer Cocoönüsseund Cauris (welche letztere als Scheidemünze dienen) bald in Ruf.Man findet auf ihnen viel Hirsen, Cocosnüffe, andre Früchte,Schildkröten, schwarze Cvrallen und Ambra. Die meisten abersind unbewohnte und unfruchtbare Sandbänke. Die in der Mittegelegene Insel Male ist die größte und zugleich der Wobnsitzdes Königs. Sid hat beinahe eine Meile im Umkreise. Die Mal-diver sprechen eine eigne Sprache. Das Arabische und Malayischelernen sie des Handels wegen. Ihre Religion ist die mahomedani-sche. Sie werden als geistreich, tapfer, zu Künsten und Wissen-schaften geneigt, betriebsam und geschickt geschildert. Besondersfind sie berühmt in Verfertigung von Binsenmatten, Kattunen undseidnen Zeugen, die sie verkaufen oder vertauschen.
Malebranche, (Nicolas), wurde am ölen August i6z8 zuParis geboren, wo sein Bater königlicher Secretär und Schatzmei-ster war. Sein kränklicher Zustand wurde die Ursdch seiner Men-schenscheu und Liebe zur Einsamkeit, aus welcher er sich im 22stenJahre seines Alters in die Congregation äs iOrarairs begab, woer sich ganz dem Studium der biblischen Geschichte und Literaturund der Kirchenväter widmete. Die Lectüre des Werks des Des-cartes äs Vomins, welches ihm durch einen Zufall in die Händegerieth, erweckte wegen der Klarheit der Schreibart und der Neu-heit und scheinbaren Gründlichkeit des Bortrags in ihm die ent-schiedenste Neigung zur Philosophie, er wandte 10 Jahre auf das 'Studium der cartesianischcn Grundsätze, und stellte endlich sein be-rühmtes Werk äs I» isciisrovo äs 1s verire (von Erforschung derWahrheit) ans Licht, welches durch seine tiefsinnige Originalitätund die Eleganz der philosophischen Schreibart großes Aufsehen er-regte, ihm aber auch manchen Gegner zuwege brachte. Er warübrigens ein Mann von dem edelsten Charakter und von einer fastüberspannten Frömmigkeit. Nachdem er i6yy Ehrenmitglied derAkademie der Wigenschaften geworden war, starb er am igten Okto-ber 1715 zu Paris in seinem 77sten Jahre. Der Zweck des genann-ten, in sechs Bücher getheilten, Werkes war, die allgemeinen Ursa-chen der Irrthümer anzugeben, denen die menschliche Erlaubniß un-terworfen ist, aber auch zugleich zu bestimmen, was in derselbenWahrheit sey, und worauf sie sich zuletzt gründe. Es ist ei»ehrwürdiges Denkmal eines tiefe», ruhigen, durchschauenden Geistes,und enthält eine große Mannichfaltigkeit interessanter Beobachtun-gen und nützlicher Winke, wenn er sich auch in seiner Beurtheilungder Irrthümer hier und da geirrt, und oft in religiösen Mysticis-mus verloren hat. Daß seine moralische Theorie »och nicht ganzgeläutert war, sieht man daraus, daß er die Furcht vor der Höllefür ein eben so gutes Motiv zur Tugend erklärte, als den Wunschnach Glückseligkeit. Die erste Ausgabe «»schien Paris 1674., 12., wie-