Band 
Sechster Band. M und N.
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76
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76 Malesherbes Malherbe

derholt ebendaselbst 1700, Z Bde. 12. 1712, 2 Bde. 4. und 4 Bde.12, lateinisch von Lenfant, Genf 175z, 2 Bde. 4., deutsch, Altenburg1776—86, 4 Bde. 8- mit Anmerkungen. Sein bemerkenswerthesterGegner war Antoine Lrnauld (des vraies er <1«s sausse« idees.Ooloxne r68Z, 8-). Außerdem schrieb er noch: Iraits de 1-, nsrnrser de 1a grsce, Ilorrsrd. 1684; Drairs 80 IVIorals, ebendaselbst1684. 12. u. s. w.; Oeuvres, karis 1712. rr Bde. in 12. K— s.

Malesherbes (Chretien-Guillaume Lamoignon), s. La-morgn on.

Malfilbtre (Jacques-Charles-Louis), geboren zu Saint-Jean de Caen im I. 17ZZ, studirte mit Auszeichnung bei den Je-suiten dieser Stadt, und entwickelte frühzeitig die Talente, durchwelche er bei einem längern Leben sich einen noch entschiednernRuhm erworben haben würde. Er starb in der Blüthe seiner Jahrezu Paris 1767. Malsil.ckre widmete sich der Dichtkunst. Sein Ge-dicht: Narcisse üans 1'lls de Venus, empfiehlt sich durch Eleganz,Harmonie und Reinheit der Sprache; in der Anlage bleibt mancheszu wünschen, aber die Details sind geistreich und anmuthig. SeineOden zeichnen sich so wie seine Übersetzungen durch einzelne gelun-gene Stellen vortheilhaft aus; unter letzter» sind Ovids Metamor-phosen in Prosa die wichtigste. Malsilätre lebte in der größtenDürftigkeit; aber keine äußere Bedrangniß war im Stande, seinenvon Natur sanften, leutseligen und heitern Charakter zu verän-dern. Seine Werke find in einer vollständigen Ausgabe erschienen.

Malherbe (Fcangois de), geboren zu Caen gegen das I.i (>55 in einer alten adeligen Familie, zog sich in die Provence zu-rück, wo er in die Dienste Heinrichs von Angouleme, eines natür-lichen Sohnes Heinrichs II., trat, und sich verheirathete. Keins sei-ner Kinder überlebte ihn. Er selbst aber starb als KammerherrHeinrichs IV. im I. 1628, nachdem er unter sechs französischen Kö-nigen gelebt hatte. Malherbe wird als der erste Dichter seinerZeit angesehn; er arbeitete mit außerordentlicher Sorgfalt undLangsamkeit. Er pflegte zu sagen, daß man nach einem Gedichtvon hundert Versen, oder einer Rede von drei Bogen Jahre langausruhn müsse. Auch sind seine Poesien nicht zahlreich. Sie beste-hen in Oden, Stanze», Sonets, Epigrammen, Chansons u. s. w.Malhcrbe hat es zuerst versucht, die französische Sprache zur Ma-jestät der Ode zu erheben. Die Nettigkeit seiner Gedanken, dieglückliche Wendung seiner Phrasen, die Wahrheit seiner Beschrei-bungen, die Richtigkeit und Auswahl seiner Vergleichungen, diesinnreiche Anwendung der Fabel, die Mannichfaltigkeit seiner Bil-der machen ihn zu dem Schöpfer dieser Gattung. Bleibende Ver-dienste hat er um die französische Sprache und ihre Entwickelung,Mit Recht gibt ihm daher Boileau folgenden Lobspruch:

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