Mara 99
sich ein Delphin schlingt, bisweilen mit ber Beischrift! Su-lavieer alsir.
Mara (Gertrud Elisabeth), geborne Schmehling, geborenzu Caffel, unstreitig eine der größten und ausgezeichnetsten Sänge-rinnen unsrer Zeit. Ihr V«tcr, ei» Lonkünstler, brachte sie inihrer zartesten Kindheit nach London, wo sie dre Cither lernte, undsich daraus schon in ihrem zehnten Jahre vor der Königin hörenlieh. Auf Lnrathen einer Hofdame legte sie jedoch dieses Instru-ment bei Seite und wurde dem Unterricht eines alten Sopranisten,Paradisi, übergeben, unter dessen Leitung sie sich schon im vierzehn-ten Jahre als Sängerin bei Hofe mit großem Beifall hören ließ.Nach einiaen Jahren reiste ihr Vater mit ihr nach Caffel zurück,und von da, wo man sie eben keiner großen Aufmerksamkeit wür-digte, im I. 1766 nach Leipzig, wo sie beim Concert als ersteSängerin engagict und bald der Gegenstand allgemeiner Bewunde-rung wurde. Im I. 1767 erhielt sie den Ruf an den Hof nachDresden, um in einem am Geburtstage des Fürsten aufzuführendenStücke eine Rolle zu übernehmen. Die verwitwete Cyursürstin,Maria Antonia, selbst eine große Kenncrin der Musik, übernahmes, sie zuvor in der Action zu unterrichten; und Dem. Schmehlingreiste nach dieser Vorstellung geehrt und belohnt zu Anfang des I.1768 nach Leipzig zurück. Hier bildete sie sich noch einige Jahreunter Hitlers Anleitung, und ward zugleich Virtuosin auf dem Kla-vier. Im I. 1770 wurde sie darauf nach Potsdam berufen. Fried-rich ll., welcher bekanntlich deutschen Sängern und Sängerinnennicht geneigt war, hatte sich zwar durch die Bewunderer der Künst-lerin endlich bewegen lassen, sie zu sich einzuladen, erwartete jedochso wenig, daß er das Concert nur im Nebenzimmer abzuwartenWillens war. Kaum aber hatte der Gesang begonnen, als derKönig näher rückte und. nach und nach bis dicht an die Sängerinvorschritt.' Nach geendigter Arie lobte er sie laut, und fragte, obsie sich eine andre Arie vom Blatte zu singen getraue; auf ihr Be-uchen suchte er ihr eine der schwersten Arien aus, die sie, wie alleübrigen, die er ihr nach un'd nach vorlegte, mit der größten Fer-tigkeit sang. -Sie wurde sogleich mit zooo Thlrn. Gehalt engagirt,und trat 1771 in Haffens Intermezzo LirLmc, e lisk« zum ersten-Male in Berlin auf. Sie wetteiferte um den Preis mit dem gro-ßen Virtuosen Conti alini. Hier bildete sie sich neben Concia-lini und unter Porpora's Anleitung zugleich zur empsindungsvollcnAdagio-Sängerin und guten Actrice, und genoß die allgemeineBewunderung. Aber durch ihre Verbindung mit dem VioloncellistenMara (1774) wurde sie in unzählige Verdrießlichkeiten verwickelt.Sie wußte sich zwar mit ihrem Garten, der sich durch seine Un-besonnenheiten sehr oft des Königs Ungnade zuzog, durch ihre Vir-tuosität immer wieder zu behaupten; endlich aber kam es doch soweit, daß ihr der König, nach einigen vergeblichen Versuchen vonihrer Seitch den Abschied zu erlangen, sie 1780 im höchsten Unwil-len entließ; worauf sie nach Sachsen, auch wieder nach Leipzig,und 1782 nach Wien, von da aber durch die Schweiz und 1783nach Paris reis'te, wo selbst die Todi, bis dahin der Gegenstandder höchsten Bewunderung der Franzosen, an der Mara eine über-wiegende Nebenbuhlerin fand, und wo diese den Titel einer er-sten Concert-Sängerin der Königin erhielt. Im I. 1784ging sie wieder nach London, wo sie mit dem höchsten Enthusias-