Band 
Sechster Band. M und N.
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loo Maral

mus aufgenommen wurde, und gleich anfangs für dreizehn Abende imPantheon-Concert 1000 Guineen erhielt. In dem berühmten Con-cert, das jährlich Händeln zu Ehre» veranstaltet wird, war sieallemal die erste Sängerin; auch wurde sie im Winter 1785 und86 am londner Operntheater engagirt. So einstimmig aber dieLobeserhebungen von ihr als Künstlerin waren, so groß sind dieKlagen über ihren Eigensinn gewesen, den man, wenigstens inEngland, besonders auch in Oxford, auf sehr ernstliche Art geahn-det hat. Im I. 1788 besuchte sie Turin und Venedig auf kurz!Zeit; die Hoffnung, sie im folgenden Jahre in Deutschland zu hö-ren, wurde durch anderweit eingegangne Verbindungen wieder ver-eitelt. Dagegen ging sie 1802 nach Paris und besuchte 180z ihrVaterland. Sie ließ sich an mshrern Orten hören, als Frankfurt,Gotha, Weimar, Leipzig, Berlin, und entzückte allenthalbendurch den Schmelz und Zauber ihres bis zur Vollendung ausgebil-deten Gesanges. Sie wandte sich darauf nach Petersburg, von wosie wieder nach England zu ziehen gedachte. Im I. 1808 befandsie sich aber noch zu Moskau, wo sie nach dem Tode ihres Man-nes, der in demselben Jahre bei Rotterdam im Elende starb, ihremBegleiter, Florio, ihre Hand gab. — Der Ruhm dieser große»Sängerin gründet sich .nicht bloß auf die Stärke und Fülle ihresKons, und auf den außerordentlichen Umfang der Stimme (dersich vom gestrichncn 6 bis zum drei gestrichnen in völliger Gleich-heit erstreckt), sondern auch auf die bewundernswürdige Leichtigkeit,Schnelligkeit und Rundung der Passagen, womit sie die schwierig-sten Stellen überwindet.

Marat, (Jean Paul). Dieser mit verdienter Schmach undVerachtung gebranntmarktc Bösewicht, der Frankreich mit einemBlutdurst und einer Mordlust, heimsuchte, daß ein heldenmüthigeiMädchen zu dem Entschluß gebracht wurde, sich selbst aufzuopfern,um ihr unglückliches Vaterland von ihm zu befreien, war 174tzu Baudry in dem Fürstenthum Neufchstel geboren. Sein unruhi-ger Charakter bewog ihn, seine Familie und seine Heimath zu ver-lassen. Er kam nach Paris ohne Mittel zum Unterhalt, studirttdie ersten Anfangsgründe der Medicin und Chirurgie und zog aliCharlatan umher, indem er ein Gerüste bestieg und dem Volkeöffentlich Kräuter verkaufte. Bald stieg sein Ehrgeiz; er bereiteteein Wasser, das er für ein Mittel gegen alle Krankheiten ausgab,und verkaufte das Fläschchen um zwei Louisd'or. Bei diesem hohe»Preise fanden sich wenig Abnehmer. Um sich dem Elend zu ent-reißen, schmeichelte er auf das kriechendste den Großen und brachtees endlich mit vielen Bitten dahin, daß ihn der Graf Lrtois z»seinem Roßarzt ernannte. Einige Werke, in denen er sonderbaremedicinische und physikalische Sätze behauptete, machten ihn bekannt. 'Dahin gehört seine Schrift De I'Ironiins orr sie» Principes äsl'instuence sie I'srris S»I Is corp» er sin corp» ,snr 1 'slns, dasVoltaire einer derben Kritik würdigte; seine Dicouverts sur!oteil, 1 'elecrricirs er Is lumiere (deutsch von Weigel) und einigeähnliche Werke, welche dieselben Gegenstände behandeln. Er äußertesogar, daß er mit einer Schrift beschäftigt sey, nach deren Erschei-nung man alle Werke Newtons ins Feuer werfen würde. Er be-suchte England, wo er mit dem sich in London aufhaltenden Ducd'Örleans in enge Verbindung trat, und kam zu Anfang der Re-volution nach Paris zurück. Hier gab er Pamphlets zu Gunsten