Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
101
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Maral roi

les Grafen Artois, dann Monsieurs, heraus, und ergab sich nachihrer Abreise aus Frankreich ganz der orleanischcn Partei. Sein!? erstes Journal: Oe ?ui>liciscs parisisn, griff die ersten Beamten,^ namentlich Nccker, an, den er einen Chevalier -'Industrie nannte.

. Diesem Journal folgte O oini cl» veupls, worin der Verfasser^ jeden Tag Mord, Plünderung und Aufruhr predigte, mit einer

. Kühnheit, wovon man noch kein Beispiel hatte. Er suchte di«

^ konstitutionelle Garde und die Bürger zu entzweien; er verfolgte^ den General Lafayette, den Gegner des Duo d'Orleans; er foderte die^ Armeen auf, ihren General umzubringen, die Armen, über das

'"j Vermögen der Reichen herzufallen. Sein Journal wurde die Ursach

^ der Ermordung des Commandanten von Caen, Belsunce. Marat^ wurde mehrmals denuncirt, aber er entging jedesmal, bald durchdie Flucht, bald durch Kühnheit und Unverschämtheit. Im I. 1789machte er hei der Nationalversammlung Reklamationen gegen dieGewaltthätigkeiten, die, wie er sagte, wegen der Herausgabe sei-"" nes Journals an ihm verübt würden. Im I. 1790 verfolgte ihn

"" die Gemeinde von Paris; der District der Cordeliers nahm ihn in

Schutz. Bald darauf belagerte La Fayette sein Haus, um sich sei-" »er zu bemächtigen. Er flüchtete zu einer Schauspielerin und von

da zu dem Pfarrer von Versailles. Den isten August 1790 übergab" er der Versammlung einen Plan zu einer Criminalgeletzgebung; denrasten wurde er von Malouet denuncirt, weil er gesagt hatte, man^ solle in den Luilerien achthundert Galgen errichten, und alle Ver-

'' röther daran hängen, zuerst aber den ältern Mirabeau. Aber die-

^ ser ließ voll Verachtung zur Tagesordnung schreiten. Im Mai 1792

. denuncirten mehrere Deputirte der Girondepartei die Auffoderungen,

welche Marals Blätter anfüllten. Damals faßte er den unversöhn-"! kicksten Haß gegen die Gironde und gegen diejenigen, die er Staats-" Männer nannte. Das Haus des Fleischers Le Gendre und die un-terirdischen Räume der Kirche der Cordeliers dienten ihm zur Zu-7 flucht, um sich seinen Verfolgern zu entziehn. Er fuhr von dort

j aus fort, seine Blätter in die Welt zu schleudern. Dantons Schutz

und der Club der Cordeliers verschafften ihm stets den Triumph.

' Umsonst ließ die Obrigkeit seine Pressen aufheben; er erlangte

^ einen Befehl, daß ihm vier in der königlichen Druckerei eingeräumt

' wurden. Bald that er sich aufs neue am roten August 1792 hervor,

' welcher über die Monarchie entschied. Marat wurde damals Mit-

- glied der nach diesem Tage benannten Municipalität und Präsident

, jenes schrecklichen Ausschusses zur Aufsicht über die Gemeinde, der

' sich bald aller Gewalt bemächtigte und die Metzelei in den Gefäng-

nissen veranstaltete. Marat gab zuerst -den Rath zu den schreckli-

j chen Blutbädern am 2ten und zten September 1792. Er schlug ein

- . Umlaufsschreiben an alle Stadträthe Frankreichs vor, und untcrzeich-

j Nete es, um sie zur Nachahmung dieser Metzeleien einzuladen. Es

waren damals zwei Anklagedecrete gegen Marat vorhanden, dennochwurde er zum Deputirten von Paris für den Convent ernannt undNahm sogleich seinen Platz ein. Als er ain rgsten September dieRednerbühne besteigen wollte, wurde er von mehrern Mitgliedernunterbrochen und behandelt, wie er es verdiente; aber von andernunterstützt, behielt er seine ganze Kühnheit, griff seine Feinde an,rechtferrigte Dantons und Robespierre's Borschlag einer Dictatur,gestand/ daß er darauf angetragen, und bot mit eherner Stirnallem Hohn und Spott, womit ihn fast der ganze Convent über-