Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
106
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ro6 Marc Marcellus

zosen von neuem und behaupteten sich 1761 gegen einen heftige»Angriff der Allürten. Während der Dauer des Königreichs West.phalen war Marburg die Hauptstadt des Werra-Departements.

Marc Aurel, s. Antoninus.

Marcasit wird eine metallartige Substanz genannt, »0»welcher es vielerlei Gat-unaen gibt. Am häufigsten benennt mandamit einen metallischglänzenden', ins Goldgelbe, wohl auch insStahlgraue spielenden Schwefelkies, welcher meistens so hart ist,daß er am Stahle Funken gibt, und welcher, außer dem durchSchwefel vererzten Eisen, zuweilen auch Gold, Silber, Arseniku. s. w. hält. Übrigens nennen die Materialisten und Apothekerauch den Wismuth Marcasit, so wie endlich die Alchymisten allemunreifen Metall denselben Namen beilegen.

Marcello (Benedetto), ein berühmter Musiker und treffli-cher Dichter, geboren zu Venedig im I. 1Ü80 von adeligen ÄltermSo leidenschaftlich er auch die 'Musik liebte und sich ihr widmete,so entzog er sich doch auch nicht dem Dienste der Republik. MehrereJahre bekleidete er das wichtige Amt eines Richters unter denVierzigern. Hierauf wurde er Proveditor zu Pola und endlichSchatzmeister zu Brcscia, wo er 17ZY (nach Fabroni 17Z2) starb.Seine Motetten, Cantaten, Psalmen und übrigen Werke erlangteneinen »«gemeinen Ruf, und verdienten ihn wegen ihrer edeln Sim-plicität und Erhabenheit. . Aber sein Gesang ist von fast unüber-steiglichen Schwierigkeiten, und erfodcrt eine Stimme vom weitestenUmfang, welche die ungewöhnlichsten Intervallen nicht scheut. Erhat für die Kirche, das Theater und die Kammer componirt undaußerdem verschiedne theoretische und andre Werke geschrieben. Zuseinen Schülerinnen gehörte die berühmte Faustina Bord'oni, nach-malige Haffe. Auch seine Gemahlin war eine treffliche, von ihmgebildete Sängerin.

Marcellus (M. Claudius), ein berühmter römischer Feld-herr, der im zweiten puniichen Kriege zuerst glücklich gegen Hanni-bal focht. Schon früher hatte er während seines Consulats im I.Roms gZl die größten Proben von Muth und Tapferkeit gegeben,indem er den Anführer der Gallier, der ihn zum Zweikampf fe-derte, besiegt und dadurch die überlegne gallische Armee so muthloSgemacht hatte, daß sie vor dem kleinen Römerheer die Flucht er-griff. Die "Folge dieses Sieges war die völlige Beilegung Ober-Ita-liens. Marcellus triumphirte, weil er, so lautete der Scnatsbe-schluß, die Jnsubrier und Germanen bezwungen habe. Das istdas erste Mal, daß in der römischen Geschichte die Germanier ge-nannt und das letzte Mal, daß des persönlichen ZweikampfL derFeldherrn erwähnt wird. Als bald darauf der zweite punische Kriegausbrach, trat er nach der unglücklichen Schlacht bei Cannä gegenden Hannibal auf, indem er als Prätor das Commando über dieübriagebliebncn Truppen zu Canusium an des Terentius VarroStelle übernahm. Auf die Nachricht, daß Hannibal sich gegen Rolawende, eilte er ihm zuvor, und warf sich in die Stadt, sie zuvertheidigen. Er zwang die Carthaginienser, sich mit Verlust zu-rückzuziehn. Seine Wahl zum Consul, die inzwischen erfolgt war,wurde auf Anstiften der eifersüchtigen Patricier von den Augurenfür ungültig erklärt. Marcellus blieb daher zu Nola, das Hanni-.tal aufs neue mit aller Macht bestürmte, und beschloß endlich, da»er Ort unhaltbar wurde, eine Hauptschlacht in freiem Felde zu