Band 
Sechster Band. M und N.
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Marburg io.;

mordet. Doch gelangte dieser nicht zur Peischwahwürde, weil derKnabe, den die Witwe des ermordeten Rarain nach seinem Todegeboren haben sollte, auch für dessen Sohn erkannt wurde. Runbot Ragobah der Präsidentschaft Bombay die Insel Salsette an,wenn sie seine Absichten gegen seine Gegenpartei unterstützen würde.Aber der Rath zu Bengalen mißbilligte einen Krieg mit den Ma-rotten und schloß 1776 einen Vertrag, nach welchem Ragobah sei-nen'Foderungen entsagte, die Engländer aber im Besitz von Sal-sette blieben und außerdem einen District von drei Lak Rupienjährlicher Einkünfte erhalten sollten. Ragobah blieb zu Bombay;die Engländer behaupteten, der ihnen eingeräumte Strich bringenicht die bedungene Summe ein; Ragobahs Freunde hatten diePartei des jungen Peischwah zu Punah gestürzt, und die Räthevon Bombay schickten mit Einwilligung des Raths von Bengalenden Ragobah (1778) mir einer englischen Armee nach Punah. Sobrach der zweite Krieg zwischen England und den Maratten aus(von 1778—82). Die Engländer erfochten große Bortheile unddrangen weit vor; dennoch war ihnen der Friede, des Kriegs mitHyder-Ali wegen, wünschenswerth. Sie schloffen ihn 1782 und ga-ben alle Eroberungen, bis auf Salsette und die benachbarten In-seln, zurück. Maderow, der Sohn des ermordeten Rarain Raw,geb. 1774, wurde als Paischwah anerkannt. 2. Der Staat derBerar-Maratten. Er ward weniger in auswärtige Kriege ver-wickelt, aber desto häufiger durch innere Unruhen zerrüttet. DieProvinz Berar, sein Hauptgebiet, ist 200 indische Meilen langund 170 breit. Einige Jahre nach der Streiferei, die Ragogi mitdem Peischwah nach Bengalen unternahm, entriß er dem Usurpatorvon Bengalen, Aliverdy, den besten Theil von Orissa. Bon Ben-galen nur durch einen schmalen Fluß getrennt, streiften die Berar-Maratten häufig in die Gränzprovinzen dieses schönen Landes.Erst nachdem Chossim Ali, Nabob von Bengalen (1761), die Pro-vinzen Burdwan und Midnapur den Engländern abgetreten hatte,hörten diese Plünderungen auf, wiewohl sie ihre Ansprüche.auf denihnen nach Aurengzebs Tode in Bengalen verwilligten Chout von16 Lak Rupien (1200,000 Thlrn.) nicht aufgegeben haben. Es fehltjedoch an der Erhebung, und selbst während des fast allgemeinenKriegs 1780 wurde nur schwach auf die Entrichtung des viertenTheils gedrungen. Ragogi, der erste Berar-Rajah, hinterließ nacheiner langen Regierung vier Söhne. Der älteste folgte dem Vater,starb aber kinderlos; die beiden folgenden, Sebagi und Modagi, be-kriegten sich über die Erbfolge. Der erste siel, worauf der zweiteRajah wurde. Der jüngste Bruder, Bembagi, verwaltet unter ihmdie Provinzen Ruttunpur und Sumbulpnr.

Marburg, die Hauptstadt in Ober-Hessen mit ungefähr 5500Einwohnern und einem Schlosse, an der Lahn gelegen. Sie hängtgleichsam an einem Berge, auf welchem oben das Schloß liegt. ImL> 1527 wurde hier eine Universität gestiftet, welche unter der Re-gierung des jetzigen Churfürsten ansehnliche Verbesserungen erhaltenhat. Sie hat unter andern ein staatswirthschaftliches und einchirurgisches Institut. Unter den lutherischen Kirchen ist die St.Elisabethkirche mir ihren schönen Denkmälern die sehenswertheste.Die Stadt hat einige Manufakturen. — Im I. 1757 besetzten dieFranzosen das Schloß; die Allnrten nahmen es ihnen aber durchBelagerung 1759 wieder ab. Im I. 1760 eroberten es die Fran-