ii 6 Margarethe von Valo'is
Carls IX-, bewog sie jedoch, für einige Zeit in sich zu gehn. Hein-rich verbarg seine Gesinnungen nicht gegen eine Frau, die er ihrerAügellesigkeit wegen 'verachtete. Margarethe dagegen nahm denvon Sirius V. gegen ihren Gemahl geschleuderten Kirchenbann zumWorwand, und ließ sich zu Agen nieder, von wo sie ihrer schlechtenSitten und ihrer Bedrückungen wegen verjagt wurde. Sie flohnach Auvergne und führte ein unstetes unregelmäßiges Leben, bissie auf dem Schlosse Uffon festgesetzt wurde, dessen sie sich jedoch be-mächtigte, nachdem sie das Herz des Marquis von Canillae, der siedaselbst festgenommen, gewonnen hatte. Nachdem Heinrich Könizgeworden, ließ er ihr vorschlagen, zum Wohle des Staats ihre kin-derlose Ehe trennen zu lassen. Sie willigte ein, und machte wei-ter keine Bedingungen als daß ihre Schulden bezahlt und ihr einanständiges Jahrgeld ausgesetzt würde. Die Trennung geschah iggyLurch Clemens IX. Margarethe verließ Usson im I. 1805, und ließsich in Paris nieder, wo sie in der.Rue dc Seine ein großes Schloßmit weitläuftigen Gärten längs des Flusses erbaute. Hier lebte sieim Umgänge mit Gelehrten und in frommen Übungen und starb löig,als der letzte Sprößling des Hauses Balois. Abgesehn von ihrenjugendlichen Berirrungcn, hatte Margarethe ein edles Herz, vielVerstand und seltne Reize. Sie schrieb und sprach besser als irgendeine Frau ihrer Zeit. Ihr Haus war der Sammelplatz der schönenGeister, die sie mit Wohlthaten überhäufte. Aber oft war sie un-gerecht, um großmüthig zu sey»; sie borgte ohne zu bezahlen undhinterließ ungeheure Schulden. Sie batte zu Paris das Klosterder PetitS-Augustins erbaut und dotirt; in der Kirche desselbenwurde ihr Herz beigesetzt. Im I. 17Y0 wurde dies Gebäude zu ei-nem Museum historischer Denkmäler Frankreichs eingerichtet. Mansieht daselbst noch einen schwarzen Marmor, in welchen folgendeWerft der Königin, worin sie ihr Unglück schildert, eingegraben sind:
Vaine omkro äu xasso, ßranä er uoblo k-iniosive,
LUe risi-iiL äepuis Ivs re-res cle snn sorr,
Lr vrsr jnsHiL'k 5or» nom mourlr svönir «L mort.
Wir besitzen von ihr Poesien und Memoiren von 1565 bis izN.Margarethe schildert sich in letzter» als eine Bestalln. Der Stylist naiv und angenehm und die Anekdoten anziehend und unter-haltend.
Margarethe von Balois, Königin von Navarra, Schwe-ster Franz l und Tochter Carls von OrlcanS, Herzogs von An-goulsme und Luisens von Savoven, war zu Angoulöme iqy2 gebo-ren, vermählte sich igoy mit Carl, letztem Herzog von Alenqo»,erstem Prinzen, von Geblüt und Connetabel von Frankreich, der zuSven nach dem Überfall von Pavi« 7525 starb. Sie empfand den