Margarethe von Frankreich uz
aeu. Margarethe, von Allen verlassen, suchte mit. ihrem SohneZuflucht in einem Waide, wurde hier von Rändern überfallen, ihrerKostbarkeiten beraubt, entkam ihnen aber glücklich, während sie überdie Theilung der Beute in Streit gerathen waren. Hunger undErmattung hatten sie aufs äußerste gebracht, als ein andrer Räubermit entblößtem Schwert auf sie zukam. Entschlossen ging sie ihmentgegen und übergab ihm den Prinzen mit den Worten: „Ich ver-traue euch den Sohn eures Königs an." — Der Räuber, erstauntund gerührt, nahm sieln Schutz, hielt sie verborgen und verschaffte ihrdie Mittel, »ach Flandern zu entkommen. Heinrich VI., minderglücklich, wurde Eduard IV. ausgeliefert und in den Tower vonLondon gesetzt. Bald nachher aber erregte Eduards Vermählungmit Elisabeth Gcay die Unzufriedenheit des Grafen von Warwickund des Herzogs von Clarence. Sie empörten sich im I. 1470,mußten aber, da sie sich verlassen sahn, nach Frankreich flüchten,wo Ludwig XI. sie mit Achtung aufnahm und eine Vereinigungzwischen ihnen und Margarethen zu Stande brachte, kraft welcher sievereinigt alles anwenden wellten, Heinrich VI. wieder auf denThron zu setzen. Noch in demselben Jahre landete Warwick, vondem Herzog begleitet, in England und eroberte es in elf Tagen.Eduard IV. flog nach Holland, Heinrich bestieg den Thron, undWarwick und der Herzog von Clarence führten die Regentschaft.Aber schon nach sechs Monaten erschien Eduard, unterstützt vonCarl dem Kühnen, Herzog von Burgund, wie',er in London undnahm den unglücklichen Heinrich gefangen. Warwick wurde beiBarnet durch'den Verrath des Herzogs von Clarence geschlagenund blieb im Handgemenge. An demselben Tage landete Marga-rethe und ihr achtzehnjähriger Sohn mit Hülfstruppen zu Wey-mouth. Ihr Muth verließ sie zum ersten Male, als sie WarwicksNiederlage und Tod erfuhr. Als indeß die Trümmer ihrer Parteisich um sie sammelten, sing sie wieder an zu hoffen. Eduard zö-gerte nicht zu erscheinen. Es kam bei Lewkesbury zur Schlacht.Margarethe wurde vollkommen geschlagen und selbst nebst ihremSohn gefangen. Der junge Prinz wurde fast unter ihren Auge»von Eduards Brüvecn durchbohrt, Margarethe aber in den Towvgesetzt, wo einige Lage darauf ihr Gemahl von Mörderhändenstarb. Erst nach vier Jahren erlangte Margarethe durch denTractat von Pecquigny ihre Freiheit wieder. Ludwig XI lös'tesie mit 50,000 Tha ern. Sie keyrte nach Frankreich zurück, wo sie1482 starb, nachdem sie als Königin. Gattin und Mutter großesUnglück erfahren, und mit bewundernswürdiger Standhaftigkcit er-tragen und bekämpft hatte.
Margarethe von Frankreich, Tochter Heinrichs II-,geboren im I. 1552, wurde 1572 an den Prinzen von B-arn, spä-ter so berühmt unter dem Namen Heinrich IV-, vermählt. Diesemit Pracht vollzogne Vermählung war der Vorläufer der schreckli-chen Bartholomäusnacht, die mitten «nter den Lustbarkeiten verab-redet wurde. Die junge Fürstin war damals in der Blüthe derJahre und Reize; aber nicht ihr Gemahl, sondern der Herzog vonGuise besaß ihr Herz. Heinrich, statt es gewinnen zu wollen,schenkte das seinige verschiednen Geliebten. Zwei Gatten von sol-cher Denkart konnten nicht m gutem Einverständnrß leben. Mar-garethe, die 1582 an den Hof von Frankreich gekommen war, über-aß sich frei der Galanterie. Die Mißbilligung ihres Bruders,