Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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11 8 Maria, die Mutter Jesu

chen Frauen nur etwas recht Schönes, Gutes und Ergötzliches habekommen können; 2. k.o-> lVtorxusrrcos Ü8 I-, .Vlsrxaorirs <ics prin-oe,ses. gesammelt von ihrem Kammerdiener Jean de la Haye. Manfindet in dieser Sammlung von Gedichten vier religiöse Komödienund zwei Farcen, nicht ohne Naivetät, ferner ein langes Gedicht:

1,8 reiompiie Ne k liAnosir U. s. w.

Maria, die Mutter Jesu, ist der Nachwelt nur durch we-nige, aber die Achtung, mit der sie genannt wird, hinlänglich be-gründende Züge bekannt. Die evangelische Geschichte gedenkt ihrerzuerst als einer Jungfrau aus dem verarmten Stamme Davids, diezu Nazareth, einem galiläischen Städtchen, in stiller Verborgenheitlebte und mit einem Zimmermanne, Namens Joseph, verlobt war.Daß sie zu den edelsten ihres Geschlechts gehörte, zeigt ihr Beneh-men bei dem Vorgänge der Verkündigung Jesu, in dem wir liebereine höhere, wenn auch wunderbare Wirklichkeit, als die poetischeAus chmückung einer für sie und ihrenSohn entehrenden Thatsache er-kennen mögen. Ein Himmelsbote tritt mit dem Gruße der ehr-furchtsvollsten Huldigung in ihre Einsamkeit und sie erschrickt jung-fräulich über die ungewohnte Erscheinung, ihr bescheidner Sinnweiß sich den auszeichnenden Gruß nicht zu deuten. Der Engel ver-kündigt ihr, sie sey Gott wohlgefällig, und werde einen Sohn ge-bäre/, der Gottes Sohn heißen und der Retter seyn werde, dendas jüdische Volk in der Person des Messias erwartete. Aber nichtdie Größe des :hr hier verheißnen Glücks, das einer Jüdin dasHöchste seyn mußte, nur die Seltsamkeit der Anmuthung, als Jung-frau Mutter zu werden, erschüttert ibr unschuldiges Herz. Wie solldas zugebn, antwortet sie, da ich von keinem Manne weiß? Beru-higend fährt der Engel fort, die Allmacht Gottes werde sie be-fruchten und das Unmögliche wirklich machen, wie es bei ihrer be-tagten, als unfruchtbar bekannten Freundin Elisabeth geschehen sey.Und demüthig unterwirft sie sich dem Willen bes Höchsten. „Ichbin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast." DieSprache der wahren Natur, der reinsten Jungfräulichkeit und desunbeschränktesten Gottvertrauens, die aus Mariens Antworten re-det, bedarf keiner Auslegung. Ihr Herß ist durch das Gefühl derhöchsten und wunderbarsten Bestimmung über jede Bedenklichkeit er-hoben und der Lobgciäng, in den sie sich beim Zusammentreffen mitihrer Freundin Elisabeth ergießt, druckt die freudige Begeisterungaus, mit der sie den Segen dieser Bestimmung vorempsindet. DasWenige, was weiter bei der Geburt Jesu, da die Hirten ihn be-grüßen und bei seiner Darstellung im Tempel von ihren Empfin-dungen gesagt wird, bestätigt nur, wie lebendig jenes durch dieVerkündigung angeregte Gefühl bei ihr blieb. Sie sieht den Zu-sammenhang der Engelerscheinung, die die Hirten erzählen, mitdem, was sie schon wußte, und Simeons ahnungsvoller Segen setztsie nicht in Erstaunen, wenn auch bei dem Gedanken, daß derGöttliche, den sie an der Brust trug, nicht ohne harte Leiden durchdas Leben gehen werde, ein Schwert des herbsten Schmerzes in ihrMutterberz dringt. Als eine zärtlich besorgte, doch weise und scho-nende Mutter zeigt sie sich, da der 12 jährige Jesus von ihrer Seitegewichen und in Jerusalem zurückgeblieben war. Sie bestürmt ihnbeim Wiederfinden nicht mit Vorwürfen, nur seine kindliche Liebespricht sie mit den Worten an: „Warum hast du uns das gethan?"Da er nun Mann geworden, und auf die Höhe der öffentlichen