Band 
Sechster Band. M und N.
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iZ4 Marius ^

Beobachtungen, die jenem großen Genie entgangen waren. In derHydraulik machte er eine Menge von Entdeckungen über das Maßund den Abgang der Gewässer nach der vcrschiednen Höhe der Be,hälter. Er stellte sodann Untersuchungen über die Leitung desWassers an, und über die Stärke, welche die Röhren haben müs-sen, um dem Druck zu widerstchn. Auch bestimmte er die Gesetzedes Gleichgewichts flüssiger Körper. Die von Ch. Wren zuerst be-arbeitet« Lehre vom Stoße bearbeitete er genauer und vollständi-ger. Seine Werke sind 1717 zu Leiden in 2 Quartbänden erschie-nen. Die wichtigsten derselben si^id: ll'iLtts siu cfloc äs» curps;Lssal litt zsir^sigas; Irairs si,i monvemeut sie» «Lax; flsoavei-1s» siseoiivertes touclisnr la vrrs; ll'isirö siu Nivellement;straire siu inouvement sie» ^ensiule»; Lxperisnce» sur le>couleni».

Marius (CajnS). Dieser berübmte Römer war aus demLande der Arpnier im Gebiete der Bolscer gebürtig und stammtevon geringen Altern ab. Ohne seinen Geist durch wissenschaftlichenUnterricht, noch selbst seine Sitten durch Erziehung gebildet zu ha-ben, hielten diese ihn von Jugend auf zn harten Landarbeiten an.Aber 'er besaß bei einem kraftvoll entwickelten Körper viel natürli-chen Verstand, Entschlossenheit und Unternehmungsgeist. Mit diesenEigenschaften wählte er die kriegerische Laufbahn, und legte die erstenProben seines Muthes unter Scipio dem Afrikaner vor Numantiaab. «ein Verdienst hob ihn von Stufe zu Stufe, und Scipioahnte schon den großen Feldyerrn in ihm. Unter dem Consulat deiCäcilius Metellus und L. Aurelius Cotta bewarb er sich um dasTribunal und erhielt es auf des Metellus Verwendung. Mit wel-cher Energie er zu handeln gesonnen sey, zeigte er schon hier. Umdie Mißbräuche beim Votiren der Comitien zu verhindern, schluger vor, den Weg zu dem Stimmungsplatze zu verengern, und da-durch die hinaufgehenden Bürger vor dem Andringen der Candida-ten und ihrer Freunde zu sichern. Die Patricier, über ein Gese-erbittert, das ihnen Eintrag that, federten von Marius Rechen-schaft vor dem Senat. Beide Consuln erklärten sich gegen ihn > eraber drohte unerschrocken, ihnen die Gewalt seines Amts zu bewei-sen, und gab, ohne Rücksicht, baß er dem Metellus dieses Amt ver-dankte, dem Lictor Befehl, den Consul ins Gefängniß zu führen.Seine Standhastigkeit siegte und gewann ihm eben so sehr dieLiebe des Volks als die Patricier in ihm einen Feind ihres Ansehuszu Haffen ansingen. Bald aber lernten sie ihn auch achten, als ergegen den Vortheil des Volks, aber zum Besten der StaatScaffc,den Borschlag des Gracchus wegen der Austheilung des Getreidesan die armen Bürger milderte. Um die Adilwürde bewarb er sichvergebens. Dagegen erhielt er im I. der Stadt 6zS die Prätur.Won der Beschuldigung, daß er sich der Bestechung dabei bedienthabe, wurde er freigesprochen. Er verwaltete sein Amt ziemlich pallgemeiner Zufriedenheit, indem er den Mangel an gelehrten Kennt-nissen durch seinen natürlichen Verstand zu ersetze» wußte. In derProprätur von Spanien, die ihm auf das folgende Jahr ertheiltwurde, erwarb er sich ebanfalls großen Beifall. Er säuberte dasLand von Straßenräubern und suchte die noch wilden Einwohner zueinem gesitteten Leben zu führen. Nach seiner Rückkehr widmete ersich wieder den Angelegenheiten des Staats und verband sich durchHcirath der Julia, einer Tante des Julius Cäsar, mit dem ange-