Marius iZ5
sehnen Geschlechte der Jnlier. Endlich kam die Zeit, ws ihm einegrößere Laufbahn aufgethan wurde. Der Eonsul Q. Cäcilius Me-tellus nahm ihn als Legaten in den jugurthinischen Krieg mit.Seine Tapferkeit, seine Standhaftigkeit in Ertragung aller Be-schwerden, worin er sich dem gemeinsten Soldaten gleich stellte, er-warben ihm eben so sehr die Achtung des Metellus, als die Liebe desHeers. Bald aber hatte Mctell Ursach, seine Wahl zu bereuen;denn Marius war undankbar genug, den Mann, der ihn aus derDunkelheit auf die Mahn des Ruhms geführt hatte, theils selbst,theils durch Andere herabzusehen, um sich durch seinen Sturz zubeben. Die Erbitterung zwischen beiden stieg immer höher undMarius bat endlich den Metsll, ihn nach Rom zurückkehren zulasten, wo er sich um das Consulat bewerben wolle. Sticht ohneSpott griff dieser seine hochstrebenden Plane an und verweigertedu Erlaubniß. - Jener aber setzte dem Widerstand Ausdauer entge-gen und ließ nicht ab, bis er, noch wenige Lage vor der Wahl derneuen Consuln, jenem die Erlaubniß zur Abreise abgedrungen hatte.I» sechs Lagen eilte er nach Rom, und wußte theils durch Ber-läamdungen des Metellus, theils durch große Verheißungen vonsich selbst das Bolk dergestalt zii gewinnen, daß er nicht nur einmüthigzum Consul erwählt, sondern auch, ob man gleich den MetelluS schonin dem Proconsulat von Numidien für das dritte Jahr bestätigtbette, zum Oberbefehlshaber in dieser Provinz ernannt wurde.Dies geschah im I. Roms 646; sein Mitronsul war L. Easffus Longi-mis. Da Marius wohl einsah, daß er als ein Plebejer nicht hof-fm dürft, sich die Gunst der Patricier zu erwerben, und er sein^ An-fthn nur auf einen mächtigen Anhang im Volke gründen könne,trat er als ei» entschiedner Gegner der Vornehmen auf, den» schondadurch war er des Beifalls der Menge gewiß. Je heftiger seineReden den Adel angriffen, desto mehr gewannen sie beim VolkeBeifall. Er rüstete sich unverzüglich zum Kriege und versammelteein Heer. Um bei der Abneigung der Reichen, sich anwerben zulassen, seine Legionen vollzählig zu machen, nahm er seine Zufluchtzar letzten Bürgerclaffe, den oapirs censi», welche man bishermir im äußersten Nothfall gebraucht hatte. Mit Blitzesschnelleerschien er bei Utica und begann den Feldzug. Roch immer wardir numidische Krieg nicht seinem Ende nahe. Vielmehr hatte Ju-grrtha an dem Konig von Mauritanien, Bacchus, einen neuenBundesgenossen bekommen. Sie standen mit zwei Heeren den Rö-mcrn entgegen. Marius vermied im ersten Sommer eine Haupt-schlacht, bis die Unzufriedenheit der Soldaten ihn dazu nöthigte.Da drang er auf einmal durch die numidischen Wüsten gegenEassa, die Hauptstadt des Lande«, vor, erstürmte und zerstörtesie. Erschreckt durch dieses Beispiel barbarischer Strenge, unter-warf sich alles, wohin er kam, den Römern; was widerstand, wurdemit Gewalt der Waffen aezwungen. Während ' Marius dieienKrieg fortsetzte, kam L. Cornelius Splla als Quästor mit derReitwei zur Verstärkung an, und erwarb sich schnell durch Tapfer-keit, Ausdauer bei Widerwärtigkeiten und strenge Lebensweise dieFreundschaft des Oberfeldherrn, der anfangs über seine Erscheinungmißvirgnügt gewesen war. Nach der Eroberung von Muluchalog Marius sich an die Meeresküste zurück, um seine Truppen indie Winterquartiere zu führen. Auf diesem'Marsche griffen Boc-üms and Jugurtha ihn an. und schloffen ihn, als er sich auf