l4o Mark Markgraf
Mark heißt einmal die fettige Substanz, welche sich inwendigin den Knochen befindet und durch die allenthalben in denselbeneindringenden Arterien abgeätzt wird; dann aber auch das zellichteGewebe, welches man bei Gewächsen in der Mitte des Stamms»nb der Aste antrifft. Dieses Pflanzenmark verbreitet sich auchnoch durch andre Theile der Gewächse, und hat mit dem zcllichtenGewebe der Rinde die größte Ähnlichkeit. Es besteht aus den fein-ste» Fäserchen der Gewächse, die nach allen Richtungen durch ein,ander laufen und so ein feines Gewebe bilden, in welchem sichsehr kleine Höhlen ode- Zwischenräume befinden. Diese Höhlen er-scheinen nicht nur in verschiednen Pflanzen, sondern auch in denverschiednen Theilen derselben Pflanzen in veränderter Gestalt.Mit dem zellichten Gewebe der Rinde steht das eigentliche Markin Verbindung, und bei Bäumen dringt es durch das Holz in denSplint, und macht einen Theil des netzförmigen Gewebes derRinde selbst aus. Es verbreitet sich bis in die Blätter und Blü-then und endigt sich gleichsam im Samen, mit welchem die Pflanzeibre äußersten Markspitzen abwirft. Das Mark scheint der wesent-lichste Theil der Gewächse zu seyn, der zum Wachsthums unent-behrlich ist. Vermindert es sich, so wird auch das Wachsthum ge-schwächt, und wenn die Pflanze oder ein Theil derselben abstirbt,so verschwindet das Mark gänzlich. Wegen seine-- zellichten Bil-dung ist das Mark zur Einsaugung und Bewegung des Nahrungs-stoffes der Vegctabilien ganz besonders eingerichtet. Wenn dieGesäße ohne Mark wärey, so würde auch die Ernährung nicht vonStatten gehn; dies erhellt, wenn sich das Mark zusammenzieht undan den innern Wällden der Gefäße anlegt; das Wachsthum derPflanze ist sodann zu Ende. Die Halme des Getraides bilden zurZeit der Reife leere Röhren., Bei den Bäumen verliert sich dasMark. in den innern Holzringen und wird hart. Seine Fasernvereinigen sich genauer mit einander, und dadurch werden die Holz-ringe, nicht nur fester, sondern auch enger mit einander verbunden;während das Mark in den äußern Ringen noch seine Dienste thut,bis der Baum gänzlich abstirbt.
Mark. In frühern Zeiten machte eine Mark Silber 8 Unzen,und eine Unze i Rthlr. Im i4ten Jahrhundert aber änderte sichdie Rechnung, und eine Mark löthiges Silber betrug nur z Gul-den. Gegenwärtig be.trägt die feine kölnische Mark iz Thlr. 8 Gr.Sächsisch oder 14 Thl'r. Preußisch. Außerdem sind unter den heuti-gen Marken die gewöhnlichsten die kubische zu 8 Gr., jetzt aberüber y Gr. oder 41 Kreuzer Reichsgeld; und die dänische zu 4M.Die englische Mark ist 4 Pfund Sterling. Eine Mark löryig-sGoldes macht z6 Ducaten.
Markbriefe heißen außerordentliche Eclaubnißscheine, welchebesonders in England den Befehlshabern .der Kauffahrteischiffe oderden Kapern ertheilt werden, um gegen feindliche Fahrzeuge kreuzenund sie auf der See und in Häfen wegnehmen zu dürfen.
Markgraf war ursprünglich ein Befehlshaber an der Gränze(Mark) oder in einem Granzlande, um solches gegen Auswärtige zubeschützen. Obgleich» schon zu Carls des Großen Zeiten Markenund Markgrafen vorkor "en, so gab es deren in Deutschlanddoch erst im loten Jahrhundert durch Kaiser Heinrich l. OrdentlicherWeise standen sie unmittelbar unter den deut>chen Königen und Kai-sern und nicht Unter den Herzogen, zu deren Land die ihnen anver-