Mark (Grafschaft) iZy
weit nachsteht; 2. Vis äs Il4ari-in>is, einer der besten französische»Romane, reich an interessanten Situationen, wahren Schilderungenund zarten Empfindungen, aber etwas zu wortreich; Z. Os paysonxarvenn. geistreich und lustig, aber eben so wenig wie der vorge-nannte Roman von Marivaur beendigt; 4. l.'bkornere rravesri;
5- Os pl>üosc>^>Irs inäi^ont; 6- klmr-arnon, sämmtlich von ge-ringerm Werth. — Im Ganzen gebührt seinen guten Romanender Vorzug vor seinen Theaterstücken. Sie drehen sich nicht, wiediese, in dem engen Kreise einer sich verbergenden Nebe. Man er-blickt in ihnen die Raffinements der Coquetterie, selbst in einemjungen und edeln Herzen, die Windungen der Eigenliebe bis inden Schooß der Demüthigung, die empörende Härte der Wohlthä-ter oder ihr noch empörenderes Mitleid; das Gebaren den Heu-chelei und ihre Schlangenwcge; die Liebe in dem Herzen einerBetschwester gepaart mit Falschheit, vorzüglich schön aber den«dein und wüthigen Stolz der Tugend im Unglück. Dabei ist je-doch nicht zu verkennen, daß seine Gemählde von Leidenschaftenmehr Zartheit als Energie haben, daß sie oft ins Kleinliche gehnund dadurch ermüdend werden. Seine Schreibart in den Romanenist eben so tadelhaft wie in den Komödien. — Übrigens war Ma-rivaur angenehm im Umgang und von großer Rechtschaffenhcit,Uneigennützigkeit Und Bescheidenheit. Nothleidenden half er mitder größten Selbstaufopferung. Die Gunst der Großen suchte ernie; aber eben so wenig scheute er sich anzunehmen, was ihm dasGlück darbot. Er starb zu Paris im I. 176z.
Mark, eine Grafschaft im westphälischen Kreise, welche gegenNorden an das Fürstenthum Münster, gegen Osten an das Herzog-tkum Westphalen und gegen Süden und Westen an das HcrzogthumBerg gränzt. Sie hat einen Flächeninhalt von zi Quadratmeilenund wird durch die Ruhr in den He llweg, den größer» nördlichen,und in das Sauerland, den kleinern südlichen Theil getheilt.Lener ist äußerst fruchtbar, hat auch starken Getcaidebau undViehzucht; dieser ist rauh, felsicht, und wenig fruchtbar, hat aberdagegen viele Eisenerze und vorzüglich einen großen Verrath sehrguter Steinkohlen, welche bei den vielen Manufakturen desto will-konunner sind, da es wenig Holz gibt. Die Manufakturen imSauerlande, welche Metallwaaren aller Art liefern, ernähren über5000 Menschen. Im I. rgni betrug die Einwohnerzahl 1)3,000,deren größter Theil lutherisch ist; die Einkünfte schätzte man auf400,000 Thaler. Die gemeinschaftliche clevisch - märkische Regierungbefand sich zu Eleve, nachher zu Münster, die Kriegs-und Dornä-nenkammer aber zu Hamm. Die Grafschaft Mark fiel aus der jü-Uchschen Erbschaft an Churbrandenburg; der große Churfürst ver-sprach den Einwohnern, daß sie stets bei seinem Hause bleibensollten. Seit dem befand sich das Land sehr glücklich, und als1805 und 6 vcrschiedne Ländertausche Statt fanden, erinnertendie getreuen Markaner, besorgt, daß ihnen ein gleiches Schicksalbevorstehe, Friedrich Wilhelm lll- an das Wort seines großenAhnherrn, der dasselbe auch feierlich bestätigte. Nur die eiserneNothwendigkeit konnte ihm im tilsiter Frieden auch die Abtretungder Grafschaft Mark abnöthigen. Sie wurde zum GroßherzogthumBerg geschlagen und machte den beträchtlichsten Theil des Ruhrde-partements aus, bis sie 1813 von den Preußen wieder in Besitzgenommen wurde.