Band 
Sechster Band. M und N.
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142 Markscheidckurrst Marlborough

heerten sie Noricum und Rhätien, und drangen selbst durch die L<°penpäffe. Unter Aurelian setzten sie ganz Italien in Schrecken. DieseAngriffe dauerten »n dritten und vierten Jahrhundert fort. Aber hmfünften hörten sie auf und der Name der Markomannen verschwand.Die Völkerwanderung, die immer neue Völker in diese Gegenden vor,drängte, brachte die Namen der alten Bewohner in Vergessenheit.Erst nach der Zerrüttung der großen Monarchie des Attila sehen wirdie Länder derzeitherigen Markomannen wieder für die Geschichte of-fen. Aber statt der Markomannen finden wir die Rugier, Heruler,Scyren, Turcilingcr. Dagegen finden wir ein mächtiges Volk, dirBajoarier, in den Bergen von Roricum und Rhätien, welches Man-nert aus sehr triftigen Gründen mit den Markomannen, die von de»Rugiern, Longobarden u. s. w. gedrängt, hier einwanderten, füreinerlei hält. Die Bojoarier sind die Vorfahren der Bayern (s. d.Art.). Sie lebten lange als ein freies Volk unter eignen Fürsten,die sich Könige nannten. Theuderich, der Ostgothen König, standmit ihnen im Bunde. Aber mit dem ostgothischen Reiche sank auchihr Ansetzn, bis die Franken sie unterwarfen, und endlich ihr letzterHerzog, wie ihre Könige jetzt hießen, mit Namen Lhassilo, gezwun-gen wurde, sich in ein Kloster zurückzuziehn. Sie gehörten seitdemzum fränkischen Reiche.

Markscheidekunst nennt man die Anwendung der Geometrieund Trigonometrie auf den Bergbau. Ihre Benennung ist unstreitigaus den altdeutschen Worten Mark oder Mar (Gränze) undscheiden (theilen) entstanden. Sie ist eine dem Bergmann unent-behrliche Kunst und von diesem auch zuerst erfunden worden. So wirviele andre nützliche Künste dem Deutschen ihre Entstehung verdan-ken , so ist dies auch hier der Fall. Das erste Werk über Bergbau,worin auchdiese Kunst abgehandelt wird, erschien 155Ü von G. Agri-cola in lateinischer Sprache. Am vollständigsten schrieb jedoch überdiese Kunst zuerst N. Voigtel 1636. Seit jener Zeit bis aus unshat sich diese Kunst, so wie die Bergbaukunde überhaupt, sehr aus-gebildet und vervollkommnet. DL-

Marlborough (John Churchill, Herzog von), einer der größ-ten Feldherrn und Staatsmänner, welche England hervorgebrachthat, war geboren 1650 zu Ash in Devonshire. Er kam früh an denHosund erwarb sich schon in eincln Alter von 12 Jahren die Gunstdes Herzogs von Bork. In seinem lüten Jahre machte ihn dieserzum Fähndrich. Die erste kriegerische Unternehmung, der er bei-wohnte, war die Entsetzung von Langer, welches die Mohren bela-gerten. Im I. 1672 zeichnete er sich unter dem Herzog von Mon-mouth im niederländischen Kriege, vorzüglich bei Rimwegen, aus,und bei der Eroberung von Mastricht erwarb er sich schon so glän-zenden Ruhm, Laß ihm der König von Frankreich im Angesicht derArmee für seine Tapferkeit dankte. Er ward Oberster und besorgtefür den Herzog von Bork mehrere wichtige Aufträge in Flandernund Schottland. Als dieser 1635 unter dem Namen Jacob II. denenglischen Thron bestieg, schickte er den Baron Churchill als Bot-schafter nach Frankreich. Dies hinderte ihn jedoch nicht, gleich nachder Landung des Prinzen von Oranien zu diesem überzugehn, wel-cher Churchills Fähigkeiten so gut einsah, daß er ihn sogleich zumGenerallieutcnant erhob. Überall handelte er mit so. vielem Ver-stand und Eifer für das gemeine Beste, daß der König ihn MgIn den geheimen Rath aufnahm und gleich darauf zum Grafen v»!>