Marlborough 14z
Marlborough ernannte. Im I. rüyo ging er als Befehlshaber derArmee nach Irland,.und zwang die starken Besatzungen von Corkund Klnsale, sich gefangen zu geben. Allein seine Thaten machte»den Neid rege und Wilhelm wurde so sehr gegen den Helden einge-nommen, daß er ihm seine Ehrenstelle nahm, und ihn bis i6y8 ohneAuszeichnung und Belohnung ließ. Aber in diesem Jahre rief rhnder König zur größten Verwunderung des Hofes zurück und machteihn zum Hofmeister des Herzogs von Glocester. Seit dieser Zeit be-mühte sich der König, dem Grafen seine lange Abwesenheit und Un-gnade zu vergüten. Er machte ihn zum Lordrichter von England,1701 zum General der Infanterie, zum obersten Anführer der gan-zen englischen Macht in Holland, und zum außerordentlichen Gesand-ten und Bevollmächtigten im Haag. Als die Königin Anna 1702den Thron bestieg, ertheilte sie ihm den Hosenbandorden, und bestä-tigte ihn in allen seinen Würden. Seine Talente wurden bereits soallgemein anerkannt, daß alle Alliirte Englands ihre Truppen sei-nem Befehl unterordneten. In dem Feldzuge dieses Jahres mußtendie Franzosen, die seit einem Jahrhundert immer siegreich gewesen,vor Marlborough fliehn, und ihm ihre Festungen überlassen. Dennächsten Feldzug eröffnete er mit der Belagerung von Bonn, daser zu capituliren zwang. In demselben Jahre endigte er den flan-drische» Feldzug und im folgenden marschirte er mit einem Heerenach Deutschland, um den Churfürsten von Bayern zu hindern,sich auf den deutschen Kaiserthron zu setzen. Nach vielen mehr oderweniger wichtigen Borfällen kam es bei Donauwerth mit den Fran-zosen und Bayern zu einer entscheidenden Schlacht, in welcher dieEngländer und Österreicher siegten. Im August 1704 vereinigtesich Marlborough mit dem Prinzen Eugen, lind schon zwei Lagedarauf lieferte er die große Schlacht bei Höchstädt. Der Feind ver-lor über 40,00a Mann, 121 Standarten und 179 Fahnen. Nachdiesem glorreichen Treffen, durch welches das deutsche Reich gerettet undganz Bayern erobert ward, setzte Marlborough seine Unternehmun-gen fort, bis er die Franzosen nöthigte, über den Rhein zurück-zugehn. Dann reis'te er nach Berlin, legte durch eine kurze Un-terhandlung die Streitigkeiten zwischen dem Könige von Preußenund den Holländern bei, und ging nach London, wo er mit demglänzendsten Jubel empfangen wurde. Aber schon im März 1705eilte er wieder nach Holland und führte mehrere Unternehmungenaus, die den Zeldzug eines andern Generals berühmt gemacht ha-ben würben, die aber bei Marlborough kaum berührt zu werdenverdienen. Im Herbst machte er eine Reise an die Höfe von Wien,Berlin und Hannover. Kaiser Joseph I. belohnte seine Verdienstedurch Erttzeilung des Fürstenthums Mindelheim. Durch neue Siegeverherrlichte er seinen Namen auch in den folgenden Jahren. Diewichtigsten waren 1706 bei RamillieS und 1709 bei Malplaquet.Der französische Marschall Billars mußte ihm trotz der tapferstenGegenwehr nach und nach gänzlich unterliege». Aber mitten imLaufe dieser Siege untergrub die Cabale Marlboroughs Größe undstürzte ihn endlich. Es verlor nicht nur seine Gemahlin Sara,A?v°Ee der Königin, durch ihren unerträglichen Stolz alle Liebeter Monarchin, und machte zugleich ihren Gemahl verhaßt, sonder»es sittste auch die Partei der Tories (die Volkspartei), welche eifrigden Frieden wünschte, über die Gegenpartei der Whigs, welche aufr-sttjetzung des Kriegs drang und zu welcher Marlborough vorzüglich