Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
149
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MärsniLen 149

mael erhielt Fez; Lafilets bemächtigte sich fem Bruder Harran,und seinem Neffen Mulei Ahmed verschaffte Mulei Harran Dra(Dera) als ein eignes Königreich. Jsmael theilte nach wiederherge-stelltem Frieden seine Zeit zwischen Weibern, deren er »ooo hatte,mit denen er 1200 Kinder gezeugt haben soll, und zwischen Blut-befehlen. Um sich auf dem Throne zu sichern, errichtete er ein Heervon Negern, mit dem er Langer (1Ü84) und andre auf der Küstegelegne Plätze nach und nach besetzte. Mulei Jsmael endigte seinelange Regierung in einem Alter von 81 Jahren (1727) unter denEmpörungen seiner Söhne. Sein Nachfolger ward endlich MuleiAhmed, der seinen Bruder Abdul Melic erdrosseln ließ, bald dar-auf aber selbst starb (1729). Die Neger schalteten nun über denThron. Mulei Bufaris, des Vorigen Sohn, der das meiste Rechtzur Nachfolge hatte, wurde von seinem Oheime, Mulei Abdallah,Mulei Jsmaels Sohn, verdrängt, der eben so launevoll und grau-sam wie sein Vater herrschte (von 1729 bis 1757). Er wurde fünfMal abgesetzt; wahrend der letzten Jahre, wo er seine Zeit zwi-schen» Trinken und Hinrichtungen theilte, besorgte sein einzigerSohn und Thronerbe, Sidi Mahomet, die Staatsgeschafte. Er be-festigte die Ruhe im Reiche, fuhr nach seines Vaters Tode fort dieStatthalter von sich unabhängiger zu machen, und suchte Industrieund Handel zu beleben. Aber dadurch, daß er zu früh erntenwollte, brachte er sich um die Früchte seiner lobenswerthen Anstren-gungen. Besser gelang es ihm, seine Einkünfte durch Friedensver-träge mit den europäischen Machten zu vermehren. Dennoch woll-ten die Einkünfte zur Bestreitung der Ausgaben nicht hinreichen.Er bot daher schon 1778 seinem ältesten Sohne, Mulei Ali, undals dieser ihn ausfchlug, seinem jünger» Sohne, Mulei Jezid, denThron an. Nach dem Tode des Vaters, der schon die Regermachtvernichtet hatte, war seine Lhronerhebung mit weniger» Unruhenverbunden als in frühern Zeiten. Wegen der Erschöpfung desSchatzes mußten die europäischen Mächte, um Frieden mit Maroccozu behalten, sich zu neuen Geschenken versteh». Er belagerte Ceuta,die Spanier bombardirtcn Tanger (1791) und in Marocco selbstbrach ein Aufruhr aus, wobei Mulei Jezid tödtlich verwundetward (reg. von 1790 bis 92). Unter den verschiednen Thronpraten-denten behauptete sich ein Bruder des vorigen Sultans, MuleiSoliman, als Hauptregent von Fez und Marocco, neben dem abermehrere königliche Prinzen als Unterrcgenten in den Provinzen be-standen. Zu dem Kriege der Pforte gegen Frankreich in Ägyptenstellte Mulei Soliman ein ansehnliches Contingent. Fast alle euro-päischen Rationen erkaufen den Frieden dieser Seeräuber durch jähr-liche vorgeschriebne Geschenke.

Maroniten heißt eine Partei orientalischer Christen, derenEntstehung eine Folg« der monotheletischen Streitigkeit war. Im7te» Jahrhundert war die Meinung, daß Christus nur mit einemWillen gewirkt habe (Monotheletisinus), unter den Orientalen auf-gekommen und selbst von einigen Kaisern unterstützt worden. Daaber ihr letzter Beschützer, der Kaiser Philippicus Bardanes 71zstarb, wurden die Monotheisten feierlich verdammt und von seinemNachfolger Anastasius ll. vertrieben. Die Überreste dieser Parteisammelten sich um ein Kloster, d. h. Mars in Syrien unter einemPatriarchen Johannes Maro oder Warum, der ihnen eignekirchliche Gesetze und Verfassungen gab. Daher erhielten sie den