lüH Masmissa
Nach drei Ficberanfällen, gewöhnlich am vierten Tage, komimazuerst im Gesicht kleine rothe Flecken von verschiedner Gestalt, diesich in den drei folgenden Lagen, von da über den ganzen Körperverbreiten. Nachdem sie drei Tage gestanden haben, verschwindetdie Nöthe, die Haut schält sich in kleienartige Schuppen ab. We-der bei dem Vorhandenscyn des Eranthems, noch nach dessen Ver-schwinden hört der Husten und das Fieber auf. Sehr oft wirddas Letztere wieder stärker, Brustzufälle nehmen zu, und ein hekti-scher Zustand folgt. Das Masergift ergreift vorzüglich die pneu-matische Seite der Hautsystems, setzt sich bis in das Innere derLuftröhre und Lunge fort, erhöht die Reizbarkeit des Lungensy-stems, und gibt daher nicht selten zu Lungenentzündung Veranlas-sung. So gelinde daher auch die Krankheit erscheint, so ist dochimmer ein genaues Verhalten, gelinde Wärme, gute Diät, undvorzüglich die zeitige Hülfe eines Arztes nothwendig, um gleichanfangs allen Übeln Folgen vorzubeugen. H
Masinisfa, ein berühmter König der Massylier in Numidien.Er wurde in Carthago erzogen. Schon in einem Alter von sieb-zehn Jahren bewies er eine heldenmüthige Tapferkeit gegen dennumidischen König Syphar, der sich mit den Römern verbundenhatte. Nachdem er denselben aus dem Felde geschlagen hatte, ging«r mit den Carthaginicnsern nach Spanien über, um mit ihnengegen die Römer zu fechten. Anfangs war ihm das Glück günstig.Nachdem er aber nebst dem Asdrubal und Mago bei Bätula inSpanien von dem großen Scipio Africanus gänzlich geschlagenworden, unterhandelte er mit den Römern und trat in Folge einetBündnisses zu ihnen über. Inzwischen war des Masinisfa Vater ge-storben und Mezetulus, ein Feind seines Hauses, hatte sich derHerrschaft unter dem Namen eines Vormundes bemächtigt. Aufdie Nachricht davon eilte Masinisfa nach Afrika zurück und war soglücklich, das väterliche Reich zu erobern. Carthago und Sypharhatten sich während der Zeit mit einander versöhnt, und Asdrubalseine Tochter Sophonisbe, die vorher dem Masinisfa versprochengewesen, dem Syphar gegeben. Dieser griff fetzt, von Asdrubalangereizt, den Masinisfa an und schlug ihn dergestalt, daß er sichmit wenigen Reitern auf den Berg Balbus flüchten mußte. Syphareroberte sodann ganz Maffylien, und beorderte seinen FeldherrnBochar gegen Masinisfa, der ihn dergestalt in die Enge trieb, daßer nur mit vier seiner Begleiter schwer verwundet entkam, indemer über einen schnellen Fluß setzte. Da zwei von seinen Begleiternbei diesem Unternehmen im Flusse ertranken, so glaubte man, daßMasinisfa ein gleiches Schicksal gehabt habe. Dieser aber hattesich mit den zwei noch übrigen in einer Höhle geborgen, wo er vomRaube lebte, bis- seine Wunde geheilt war. Dann begab er sich andie Gränzen von Masfylien, -wo viele der Einwohner sich zu ihn«schlugen, mit deren Hülfe er nicht nur sein Erbe eroberte, sonder»auch in Maffäsylien einfiel. Syphar rückte abermals gegen ihn anund schlug ihn so vollkommen, daß Masinisfa nur mit 70 Reiter»nach der kleinen Syrtis entkam. Hier verweilte er bis zur Ankunftder Römer in Afrika. Carthago bewog jetzt in seiner Bedrängnisden Syphar, dem Masinisfa sein Reich zurückzugeben, um ihn fürsich zu gewinnen; allein dies gelang nicht. Er stieß zwar zumSchein Mit seiner numidischen Reiterei zum Asdrubal, hielt aberpon Zeit zu Zeit geheime Unterredungen mit dem Scipio uad verrieth