Mascov Masern 16z
auch in den andern Stoffen dürfen sie der innern und psychologi-schen Wahrscheinlichkeit nicht ermangeln. < 16 . ,
Mascov (Johann Jacob) ein berühmter Publicist und Histori-ker, geboren zu Danzig 1Ü89, studiere zu Leipzig, wurde daselbst,als er von einigen Reisen zurückgekommen war, 1714 Collegiat deskleinen Fürstencollegiums, erhielt 1718 die juristische Doktorwürdein Halle, wurde 1719 in Leipzig außerordentlicher Professor undRatysherr, und in der Folge nach einander ordentlicher Professorder Rechte und Geschichte, Beisitzer im Consistorium und im Ober-hofgericht, Canonicus und Dechant des Stifts Zeitz, Hof- und Ju-stizrath, Stadtrichter und Proconsiil. Er starb 17S1. Um diedeutsche ReichSgeschichtc, und schon dadurch auch um das StaatS-recht hat er sich bleibende Verdienste erworben. Er brachte sowohldurch seiner deutschen als lateinischen Schriften mehr Interesse indieses Studium, indem er alles belegte, mit tüchtigen Beweisen un-terstützte, kritisch sichtete, ordnete, und angenehm und deutlich vor-trug. Sein Ruf zog viele Studirende aus den höhern Ständennach Leipzig, die er im Staatsrechr und in der Geschichte unter-wies. Seine vornehmsten Schritten sind: i. Abriß einer vollstän-digen Historie des deutschen Reichs, Leipzig 172s—Zo, 4. und un-ter dem Titel: Einleitung zu der Geschichte des römisch - deutschenReichs, 1752, 4.; 2. Geschichte der Deutschen bis zu Anfang derfränkischen Monarchie, Leipzig 1726, 4. 2 Theile, Ebendas. 1737, 4.;sein Hauptwerk, aber unvollendet. Als Fortsetzung gehören dazu dreilateinische tlcxriirienrarii 6e redn» irnperii Iui»i-I>c> Aormaiiici,lag». 1741, 48 und 5Z; Z. principia juris putilici inipwii r»w,xerin. Ichp». 1729 Z. z L6 VI. »I« io l'r-ncliii I.ips. i?üg.Dieses zu seiner Zeit beliebte Lehrbuch des Staatsrechks wurdeauf vielen Universitäten gebraucht und durch Commentare erläutert.
Masern, eine fieberhafte Krankheit mit einem an Farbe, Ge-stalt und Verlauf bestimmten Ausschlage (s. Eranthem) auf derHaut verbunden, durch Ansteckung von einem Menschen zu andernstch fortpflanzend und ihn nur einmal überfallend. Es ist eine fremdeKrankheit, welche aus dem Süden zu uns verpflanzt worden ist,(s. Blattern) und nun bloß durch ein eignes Ansteckungsgift sichfortsetzt. Jeder Mensch ist ihr ausgesetzt, hat wenigstens Empfäng-lichkeit dafür, jedoch hat auch diese Krankheit, wie die Blattern». a. m., das Eigenthümliche, daß sie die Empfänglichkeit für sichselbst verlöscht, und den Menschen nur einmal befällt. In derKegel ist sie zwar gelind, doch hat man auch MaserepidemienSchabt, welche sehr tödtlich gewesen sind. So sollen z. B. nachenglischen Todtcnliste» im I. 1Ü70 295 Personen, im Jahr 1Ü74795 Personen, im Jahr 1742 bis auf 981 gestorben seyn. In Stock-holm sollen 171z viele Mensche» davon hingerafft worden seyn.Eine bösartige Maserepidemie herrschte I7Z2 in Wien, wo bei denMeisten Kranken der Brand im Halse entstand, und sie am iritten»der vierte» Tage starben. In Edinburg starb der zwölfte Menschdaran, ob man gleich diese Epidemie noch für gelind hielt. Sehroft kommt auch bei gelind scheinenden Fällen die meiste Gefahr ersthinterher, indem Zufälle zurückbleiben, welche oft noch in späterFolge tödtlich werden. Die Masern kündigen sich an durch trock-nen Husten, Niesen, Augenentzündung, Schnupfen und Fieber. An-dere Zufalle sind nicht wesentlich und hängen von der Eigenthüm-lichkeit der jedesmal herrschenden epidemischen Constitution «d.
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