186 Mauren
ner Schriftsteller. Seine Werke, fast sämmtlich 'theils philosophi-schen, theils mathematischen Inhalts, sind zu Lyon 1756 in 4Octavbänden erschienen. Wir schließen diese Skizze mit dem Ur-theil Condorcets, welcher sagt: Maupertuis, ein Mann von vie-lem Verstände, ein mittelmäßiger Gelehrter und noch mittelmäßige-rer Philosoph, wurde von jener Begierde nach Ruhm gequält,welche verleitet, auch kleine Mittel zu wählen, wenn uns die großenfehle», Ungereimtheiten zu sagen, wenn man nichts pikantes fin-det, was wahr ist; im Allgemeinen zu sprechen, wenn man nicht«zu erfinden weiß, und Paradoxen aufzutischen, wenn man keineneuen Ideen hat.
Mauren. Diesen Namen führt ein altes, noch jetzt in Afrikavorhandenes Volk, das seine ehemaligen Wohnsitze an der am wei-testen westwärts gelegenen Nordküste Afrika's nebst einem Landstricham atlantischen Meere hinunter noch jetzt im Besitz hat. Die Rö-mer, ihre ersten Unterjochet, nannten diesen weitläuftigen Land-strich Mauritanien. Sie wurden von den Wandalen bezwungen;diese mußten wieder den Griechen weichen, welche aber auch baldvon den Arabern oder Saracenen vertrieben wurden. Als im L.711 die Araber Spanien eroberten, waren viele Mauren, die indeßMahomedaner geworden waren, als Unterthanen in ihrem Heereund lebten bis zum elften Jahrhundert unter ihrer Herrschaft.Aber zu dieser Zeit vertrieben sie die Araber aus ihren alten Be-sitzungen in Afrika, und stifteten hier das Königreich Feß und Ma-rocco. In Spanien verjagten sie fast um dieselbe Zeit die Araberaus den meisten Ländern, vereinigten sich aber bald mit den Über-wundnen so fest, daß beide Ein Volk auszumachen schienen. Maxnannte sie Mauren. Allein ihre ganze Herrschaft wurde im iMJahrhundert durch die Siege der Christen auf das einzige König-reich Granada eingeschränkt. Sie waren in der That ein treff-liches Volk. Wo sie herrschten, blühte Ackerbau und Industrie, sie' liebten Künste und Wissenschaften; kein Feudalsystem, das in demchristlichen Spanien so viel Unheil verbreitete, störte ihren Wohl-stand'und ihre Toleranz und Friedfertigkeit gegen die Christen ißum so lobenswürdiger, je mehr es die spanischen Könige sich ange-legen seyn ließen, sie ganz auszurotten. Zuerst unternahm Ferdi-nand der Catholischc dieses der Kirche wohlgefällige Werk, benutzte. die innern Unruhen in Granada, eroberte nach zweijährigem, unge-mcin tapfern Widerstände das Reich sammt der gleichnamigen Haupt-stadt (im I. 14Y2), und. zwang die Übcrwundnen, entweder sich rau-fen zu lassen, oder Sclaven zu werden. Sie wählten das erstere,und erhielten seitdem den Namen Morisko'S oder Waranen.Insgeheim aber blieben sie der mahomedanischen Religion getreu.Philipp II., in seinem grausamen Eifer für das Christenthum, be-schloß ihren gänzlichen Untergang. Seine Bedrückungen und Ver-folgungen hatten einen bewaffneten Aufstand der Morisko's zurFolge, nach dessen Dämpfung über 100,000 derselben verjagt wur-den. Philipp lli. endlich vertrieb sie (i6oy und ic>) gänzlich. DieBedrängten flohen über das Meer in ihr Vaterland zurück; abermit ihnen floh Industrie und Wohlstand aus den Wohnung«"der Sieger, die ihre geschicktesten, arbeitsamsten und wohlhabend-ste» Mitbürger verbannt hatten. Svanien verlor fast eine Millionseiner Bewohner. Wirklich ist die Vertreibung der Morisko's eu>«