Maurepas Maurus 187
Hauptursache des innern Verfalls Spaniens und die nachtheiligeirWirkungen werden noch jetzt empfunden.
Maurepas (Jean Frodöric Phelypeaux, Graf von), gebo-ren im I. 1701, wurde schon in seinem sechsundzwanzigsten JahreMinister des Königs über das Departement der Marine, und ineinem Alter von sechsunddreißig Iahten Decan des Conseils. Einwenig berauscht von diesem schnellen Glück, mochte er wenig hören,um desto mehr selbst zu sprechen, behandelte Kleinigkeiten mit Ernstund wichtige Gegenstände leicht, und beschloß, ehe er die Gründegehörig hatte erwägen können. Ohne Plan und Voraussicht hinger vom Augenblick ab. Mit diesem Leichtsinn verband er ein glück-liches Fassungsvermögen und Gedächtniß. Durch die Intriguen derPompadour, auf die er ein anzügliches Gedicht gemacht haben sollte,wurde er 1749 nach Bourges verwiesen. So wenig er auch Philo-soph war, so ertrug er sein Mißgeschick doch mit Anstand undGleichmuth. Schon am zweiten Lage war er, wie er selbst ver-sichert, darüber getröstet. Er genoß der Freuden der Gesellschaftin einem großen Kreise von Freunden, die ihn nicht verließen. VonLudwig XVl. im I. 1774 zurückgerufen, trat er wieder in dasMinisterium und erwarb sich das ganze Vertrauen des Königs.Frankreich verdankt ihm manche Verbesserungen in der Marine,namentlich im Bau der Schiffe. Er starb im November 1781. In-teressant, wiewohl nachlässig geschrieben, sind seine Memoiren, ver-faßt von Sal« und herausgegeben von Soulavie.
Mauritanien, ein ehemaliges Königreich in Afrika, das inseiner weitesten Ausdehnung vom Fluß Amphages bis an den west-lichen Ocean reichte und anfänglich das alte Rumidien mit.in sichbegriff. Die Einwohner waren theils Abkömmlinge Phuts, theilsPhönicische Coloniften, und nach dem Zeugniß der Römer gute Rei-ter und Bogenschützen. Die Nachkommen des Syphar, des Stamm-vaters der numidischen Könige, werden erst seit Z4.Y vor Chr. Geb.bekannt. Nach Bochus Lode, der ganz Mauritanien besessen hatte,wurde es (26 vor Chr. Geb.) eine römische Provinz, hatte unterJuba Ik. noch eigne Regenten und wurde 41 I. nach Chr. Geb.den Römern zum zweiten Mal unterwürfig. Der Kaiser Claudiustheilte es in Mauritania Cäsariensis und Lingitana. — In derFolge wurden hier und in Numidien Germaner, vom Stamme derWandalen, welche die Römer (428 bis 4Z4) verdrängten, herr-schend. Die Westgothcn gründeten in einem Theile Mauriraniens(gn bis 20) ein Reich, das sie bis 714 behaupteten. (Vergl. Nu-midien.)
Maurus, Rabanus (auch Hrabanus und Rhabanus),mit dem Beinamen Magnentius, von seiner Vaterstadt Maynz,wurde 776 geboren, trat im Kloster Fulda, wo er auch seinen Un-terricht erhielt, in den Mönchsorden, wurde 801 Diaconus, und802 von seinem Abt zum Alcuinus nach Tours geschickt, um denCursus der höyern Wissenschaften zu machen. Nach seiner Rückkehrward er Lehrer der Schule zu Fulda, welche unter ihm sehr be-rühmt ward. 814 ward er zum Priester geweiht, und scheint umdiese Zeit eine Reise nach Palästina gemacht zu haben. 822 warder Abt zu Fulda, dankte aber 842 ab und begab sich auf den Pe-tersberg bei Fulda, von wo aus man ihn 847 als Bischof nachRom berief, in welcher Würde er am 4. Febr. 856 starb. Er warein Mann von den mannichfaltigsten und ausgebreitetsten Kennt-