lyo Mausoleum
sich bloß mit den Pflichten seines bischöflichen Amte« und mit denWissenschaften. Indessen unterließ er nicht, bei jeder Gelegenheitin seinen Hirtenbriefen und Circularen seinen Abscheu vor den inFrankreich verübten Graue!» laut auszusprechen und der Familieder Bourbons seine Anhänglichkeit und Treue aufs neue zu be-weisen. Der Abbe und nunmehrige Cardinal Maury hatte bis da-hin eine Festigkeit des Charakters behauptet, die ihm die Achtungauch derer, die mit jenen Grundsätzen nicht übereinstimmten, j«selbst seiner erklärten Gegner erwarben. Aber auch ihm sollte di!Stunde einer Versuchung schlagen, der er nicht zu widersteh» vu-mochts. Als Bonaparte im I. 1804 die kaiserliche Würde angenom-men hatte, hielt er die Sache der Bourbonen für rettungslos ver-loren, und glaubte, zdaß auch ihm die Klugheit rathe, sich derv'on der ganzen französischen Nation und fast allen Mächten Eu-ropa's anerkannten kaiserlichen Regierung zu unterwerfen. Erkonnt« diese» Schritt einigermaßen vor sich selbst mit seiner stetsbewiesenen Anhänglichkeit an den mossarchischen Grundsätzen ent-schuldigen; er konnte allein auf diese Weise hoffen, der Erweite-rung der hierarchischen Gewalt, die ihm stets vor Allem am Her-zen gelegen, und die durch das am igten Juli geschloßne und amroten September 1801 ausgewechselte Concordat in Frankreich sehrbeschränkt worden, förderlich zu seyn; vielleicht jschmeichelte sichauch der ehrgeizige Mann mit der Hoffnung, noch auf diesemWege zu der höchsten Würde in der Christenheit gelangen zu kön-nen: kurz, er schrieb in sehr ergebenen Ausdrücken an den KaiserNapoleon, bezeugte ihm seine große Achtung für seine erhabene»Eigenschaften, seine hohe Bewunderung seiner Thaten, und leisteteihm als Franzose förmlich die Huldigung. Den Stolz des Thron-räubers mußte die Unterwerfung eines solchen Mannes mehr schmei-cheln, als die Eroberung einer Provinz. Es ist daher sehr be-greiflich, daß er eine huldreiche Aufnahme fand. Im Laufe deiJahrs 1804 reiste er in dem Gefolge des Papstes nach Paris,und assistirte bei der am 2ten December erfolgenden Kaiserkri-nung. Im Jahre 1808 wurde er darauf zum Erzbischof von Pa-ris erhoben. Bon nun an war er einer der ergebensten Dien«seines Herrn. Alle seine Hirtenbriefe, alle seine Reden predigte»den unbedingtesten Gehorsam für seine Decrcte, und seine Anrede»und Adressen an ihn erschöpften alles, was die niedrigste Schmei-chelei, die in Frankreich eine wahre Wissenschaft geworden war,zu leisten vermochte. Natürlich konnte ihm dieses Verfahren be>der im Frühling 1814 erfolgten glücklichen Veränderung nicht vor-theilhaft seyn. Er erhielt daher auch keinen Zutritt bei LudwigXVIII-, vielmehr mußte er, seines Widerstreben« ungeachtet, de» .erzbischöflichen Palast in Paris räumen, der zu einem ander»Zwecke eingerichtet wurde. Das Capitel wollte ihn auch nicht alsErzbischof anerkennen, da er, zufolge des Concordats, kein päpst-liches Breve hatte. Um es zu erhalten, reiste er nach Rom,fand aber auch hier keine sonderliche Aufnahme und gelangte nichteinmal bei dem heiligen Vater zur Audienz. Er hat darausnach den neuesten Nachrichten Rom verlassen, und man weiß nochnicht, wo er seinen künftigen Aufenthalt nehmen wird.
Mausoleum hieß das prächtige Denkmal, welches etwa vur-tehalbhundert Jahre vor Chr. Geb. dem Mausolus, Könige vo»Cätien, von seiner Gemahlin und Schwester Artemisia in rbrer