Band 
Sechster Band. M und N.
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Mediceer

Lucs Pitti, ft'n Verbindung mit dem wahren Patrioten NicoioSoderini und dem persönlich gegen die Medici erbitterten AgnoloAccrajuolij, zu seinem Sturze zu benutzen. Sie eröffneten eineförmliche Liste, wo die Feinde der Medici sich einschrieben. Pier«,dem dies verrathen ward, ließ dagegen auch die ihm wohlwollen-den bei ibm sich unterschreiben, welches aus Furcht viele schon indie Liste seiner Widersacher Eingetragene thaten. Nach vergeblichenVersuchen gemäßigter Maßregeln zu Veränderung der Regierungbeschlossen die Unzufriedncn, den Piers auf seinem Landhause znCarreggi zu todten und mit Hülfe des Marchese von Ferrara beiRegiments sich zu bemächtigen. Aber das Glück wollte die Medicinicht verlassen; der Anschlag ward dem Piers entdeckt, worauf erim August rg66 von Careggi mit einer zahlreichen Schaar Bewaff-neter nach Florenz zog. Darauf hielt er sich, von diesen bewacht,ruhig in seinem Hause. Seine Gegner bewaffneten sich zwar auch,verloren aber den Muth, als Luca Pitti von ihnen abfiel, und d»Picro einer Botschaft angesehener Bürger in einer beredten Redeseine Mäßigung, und wie er die Erneuerung der abgelausncn Baliskeinesweges verlange, dargelegt hatte, das Wölk aber schlechter-dings nichts gegen ihn unternehmen wollte, zerstreuten sich seineFeinde ganz und ihre Häupter flohen aus Florenz. Gleich daraufward der mediceischen Partei die Balia erneuert, und die Mediciwurde« von nun an allmächtig. Ihre Anhänger bildeten nichtmehr einzelne Parteien in der Revublik, sondern waren eins mitdieser. Zu großer Kränkung Pierö's mißbrauchten die übrigen Mit-glieder der Balia diese Macht zu Willkürlichkeiten aller Art, die er,fast immer bettlägerig, nicht hindern konnte; er ging daher damitum, seine verbannten Feinde zurückzuberufen, um durch sie die eignenFreunde zu bändigen, als (1469) der Tod ihn übereilte. Die ge-heimen Feinde der Medici (denn öffentliche hatten sie nun nichtmehr) glaubten durch die Jugend und Uncrfahrenheit seiner Söhne,Lorenzo und Giuliano, einen neuen Versuch zum Sturz des über-mächtigen Hauses begünstigt. Im Einverständniß mit Papst SiriusIV. und dem Erzbischof von Pisa, Francesco Salviati, machten diePazzi, das erste Geschlecht nach den Medici, einen Anschlag aufLorenzs's und Giuliano's Leben, der nach manchem fehlgeschlagnenVersuche endlich am Lösten April 1478 in der Kirche St. Reparat»ausgeführt ward. Aber die Ermordung des Lorenzo schlug fehl; diegelungene des Giuliano mußten alle Verschworene, da das Volk als-bald zu Gunsten der geliebten Medici sich bewaffnete, mit demTode und das Haus Pazzi mit seinem Sturz büßen. Lorenzo, nunalleinigeck Haupt seines Hauses, und in dem Borsteheramte der Re-publik unerschütterlicher als je befestigt, führte solches würdig in-ner großen Vater, die er an Klugheit und Mäßigung, wie an Gros-muth und Freigebigkeit, besonders aber an preiswücdigcm, thätigemEifer für Künste und Wissenschaften noch übertraf. Durch Bünd-nisse mit Benedig und Mailand wußte er Florenz gegen die feind-lichen Absichten des Papstes und des Königs von Neapel zn decken!dann gewann er, persönlich nach Neapel gercis't, diesen König, in-nen und seiner Stadt bfttrrsten Feind, sich zum herzlichsten Freurdeund zum Bundesgenopen gegen die Angriffe des unversöhnlichenPabstes und der treulosen Nenetianec. Überhaupt brachte er durchsrinc weisen Maßregeln, durch seine so redliche als kluge Polimdiese Hauptmächte Italiens in ein Gleichgewicht, welches bis «»