Meklenburg 285
nach Süden folgten, slavische (wendische) Stämme von Osten herfolgten. Zwei der mächtigsten von diesen Stämmen, die Odo tre-ten und Milzen, standen in verjährter Feindschaft. Erstere,welche zur Zeit Carls des Großen aus den eigentlichen Obotriten,den Polaben (in Ratzeburg und Lauenburg) und den Wagnern be-standen, überwanden um diese Zeit; die Milzen (7x2) und brachteneinen Theil des Landes unter ihre Herrschaft. Seitdem hatte derobotritische König eine Art von Obergewalt über d>e wilzischenFürsten der Redarier, Kessiner, Circipaner und Tollenser. DieBekehrung und Unterwerfung der Slaven verursachte langwierigeund verheerende Kriege. Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsenund Bayern, eroberte endlich das Land, und verwüstete es derge-stalt, daß die wenigen noch übrigen Einwohner kerne neu-m Ver-suche, die Religion ihrer Vater und die angestammte Freiheit zu be-haupten, hätten wagen können. Nachher versöhnte sich Heinrichmit dem wendischen Fürsten Pribislaus, nachdem dieser einChrist geworden, vermählte seine Tochter Mathilde mit HeinrichBurewin, dem Sohne Pribislaus, und räumte dem Vater seineErbländer (mit Ausschluß der Grafschaft Schwerin und Dannebegund der Brsthümer Schwerin und Ratzeburg) unter dem Nameneines Fürsteuchums wieder ein. Im I. 1170 wurde Pribislauszum deutschen Rerchsfürsten erklärt. Dieser Pribislaus ist derStammvater der nachfolgenden meklcnburgischeo Fürsten, die unterallen europäischen Regenten die ältesten und unter allen deutschendie einzigen von unstreitig slavischer Abkunft sind. Den NamenMeklenburg nahmen sie von dem alten obotritischcn HauptorteMeklinborg an, der früh zerstört wurde und jetzt ein Dorf zwischenWilmar uiid Brüel ist. Unter den Nachfolgern Heinrich Burewinswurde das Land getheilt, woraus vielfältige Familienzwiste ent-sprangen. So entstanden nach dem' Tode Heinrich Burewins 51.durch die Theilung seiner Söhne die vier Linsen von Meklen-burg, Güstrow^ (oder Wenden), Rostock und Parchim,wovon die beiden letzten, bald wieder erloschen. Johann, Theo-logus genannt (gestorben 1264), welcher Meklenburg erhielt, istmerkwürdig, weil er von der pariser Universität zum Doctor derTheologie creirt wurde. Sein Enkel, Heinrich der Löwe (re-gierte von IZ02 bis 2y), brachte durch seine Gemahlin, Markgra-fen Albrechts zu Brandenburg Tochter, die Herrschaft Stargardals em Hei-athsgut an sein Haus. Heinrichs Söhne, Albrechtun: Johann, stifteten die Linien zu Stargard und z» Schwerin,um wur-en iggZ vo» Kaiser Carl IV. zu Herzogen erhoben. Im»I. 14Z6 erlosch die wendische Linie und 1471 starb Ulrich II., derletzte Herzog zu Stargard. Heinrich der Fette, ei» UrenkelAlbrechts, wurde nun Herr von ganz Meklenburg. Ehurbrandcn-burg »der bestatt die Succession, und zu Wittstock wurde ein Ver-Akich geschlossen, nach welchem Heinrich die ganze Erbschaft behielt,Brandenburg dagegen nach dem Erlöschen der meklenburgischen Her-zoge das ganze Land erben sollte. Heinrichs des Fetten Enkel,Adolph Friedrich!, und Johann Albert ll , stifteten dieInnren Schworj,, und Güstrew. Beide Herzoge wurden 1627von Kaiser Ferdinand II. wegen ihres Bündnisses mit Dänemarkontjest und Wallenster» zum Herzog von Meklenburg ernannt; al-lein !chcn iüZL setzte Gustav Adolph die rechtmäßigen Fürsten wie-ein. In der jchwerrnschen Linie stifteten nach dem Tode Adolph