Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
276
JPEG-Download
 

276 Mercier

Eosmograph in die Dienste des Herzogs von Jälich, beschäftigtesich zuletzt mit dem Studium der Theologie, und starb 1594 zuDuisburg. Wir besitzen von ihm geographische Karten von der gan-zen Erde, denen er den Namen Atlas gab (Duisburg 1595), und«ine verbesserte Ausgabe der geographischen Tafeln des Ptolemäus.Er hatte die Kupferstecherkunst erlernt, und stach und illuminirteselbst seine Karten, so wie er auch seine mathematischen Instru-mente selbst verfertigte. Kaiser Carl V- schätzte ihn sehr und Her-zog Carl III. von Lothringen trug ihm auf, eine Karte seiner Staa-ten zu entwerfen, die jedoch unvollendet blieb. Auch haben wirvon ihm eine Chronologie von Erschaffung der Welt bis zumI. 156g und einige theologische Schriften. Was aber sein Anden-ken hauptsächlich erhalten hat, ist die von ihm erfundene und nochheut zu Tage nach ihm benannte geographische Projectionsmcthode.

Mercier (Louis Sebastien), geboren zu Paris 1740, war vorLer Revolution Advocat beim pariser Parlament. Die' öffentlicheAchtung, die er sich durch seine Schriften erworben hatte, beriefihn in den Convent und in den Rath der Fünfhundert. Nachherbekleidete er den Posten eines Directors der National - Lotterie, ge-gen die er früher in seinen Schriften heftig declamirt hatte, undward Mitglied des Instituts von Frankreich. Er starb den L-sstenApril 1814, in einem Alter von 7.4 Zähren. Mercier trat zuerstals Dichter mit verschiednen Herolden auf, als llecubs ä k/rillu,.1760, Z.; tlsimoss ä Klarasös, 1761, Z, ; IVIöäos ä äs»on,17Hz, 3.; PIrilootsrs ä pseou , 1761, g.; Ilslols« » Abstielst,Imitation nouvsiis äs Pops, 176z, Z.; zusammen findet man siein den llsrniäes er surre» pisoes äs poösis, Druxelies, 1764- 8 -Im I. 1769 sing er an, für das Theater zu arbeiten, nachdem erzuvor die lesenswertste Schrift ein Tbsstrs c»r uuuvei ssssi »ur1 'art äiamatioue herausgegeben hatte. Von seinen dramatischenWerken, die alle eine moralische Tendenz haben, hat man eine bisaufs Zahr 1778 gehende Sammlung, die unter dem Titel: Dbsslrscomplet äs Mi. iVlercier, in 4 Octavbanden zu Amsterdam erschie-nen ist. Berühmter als durch seine Schauspiele hat er sich durchseine hun)oristischen Schriften gemacht. Sein An 2240, revs »'st«u tut jsnisis, sein 'psblesu cls Paris Und sein Donner äs nullsind seine besten Werke. Das Jahr 2240 erschien 1772 und machtezu seiner Zeit viel Sensation. Er läßt darin einen Pariser nacheinem siebenhundertjährigen Schlafe erwachen und das veränderteParis mit dem ebemaligen vergleichen. Mercier ahnete damalsnicht, daß er selbst noch diese Stadt veränderter sehen sollte, alssein nach einem so langen Zeitraum erwachender Parrser. Das 2'»-bissu äs psris . wovon in den Jahren 1781-89 zwölf Bände er-schienen sind, stellt ein kräftiges und treffendes Gemählde vondem ehemaligen sittlichen Zustande der in moralischer Hinsicht stMerkwürdigen Hauptstadt Frankreichs auf. IVIon Könnet äs -nur,pour »srvir Us suirs su Dsblesu äs psris, kam in den Jahren1784 und 85 und mcm bonnst äs ,u->tiu 1786 heraus. BeideWerke enthalten eine Reihe lesenswürdiger Aufsätze über allerleiGegenstände des Tages. Sein Werk pe uouvssu psris , 6 Bände1800, enthält einzelne interessante Züge, steht aber dem älternweit nach. Außerdem hat man von diesem fruchtbaren Schriftstel-ler: porrrsil äs Plulipps II , loi ä'plspsAtis, Amsterdam 1785»korrrsit» äss rvis äs Irsuoe, Neufchatel 1785, 4 Bände; SonK«?