Mercur , 277
»t Vision» xiiilc>»c>p1ii<zii«», Paris 1788, 2 Bände; Nation» clai-10s sur Iss Aoirveruernsirs, 178Y, 2 B-; ss. st. ldoussssrr, oonsi-äei s soirims 1'nn äes prsinisrs suleurs äs la Involution, ParisI7YI, 2 B.; und verschleime Romane, als! I.a s^mxotlrie niorals,1767; stliscoirs ä'une jsune Outlisrienire U. s. w. Zwar ist Nichtzu läugnen, daß ein großer Theil dieser Werke heutiges Tags ver-gessen ist; allein man würde ungerecht seyn, wenn man das Verdienstder andern nicht anerkennen wollte. Vön Charakter war Mcrciertreuherzig, einfach fund ohne Falsch; im Umgang ungcmein lie-benswürdig; in seinen entnehmenden Gestchtszügen war eben so-wohl sein Geist als sein redliches Herz ausgedrückt,
Mercur, s. Planeten.
Mercur, bei den Griechen Hermes, ein Sohn des Zeus undder Maja, einer Tochter des Atlas. Schon in der vierten Stundenach seiner Geburt verließ er die Wiege und erfand die Zither, in-dem er eine Schildkröte tödtete, die Schaale mit sieben Saiten be-zog, und sie harmonisch stimmte. Er besang zu ihren Tönen seineGeburt. Die Zither in die Wiege verborgen, suchte er nun Speisefür sich, wozu er listigen Trug ersann. Nach Pierien ging er mitEinbruch der Nacht, und raubte dort von den heiligen Heerdender'Götter 50 Rinder, die er hin und her trieb, damit die Spu-ren sich verwirren möchten, und, selbst rücklings gehend, rücklingshinwegführte und in einer Grotte verbarg, nachdem er am Alpheos-stroni zwei derselben geschlachtet, an dem durch die Reibung zweierZweige entzündeten Feuer gebraten und einen Theil den Götterngeopfert hatte. Alle Spuren davon wußte er sorgfältig zu verber-gen. Am andern Morgen vermißte Apollo seine Rinder und warausgegangen, sie zu suchen. Aber nirgend konnte er eine Spur ent-decken, bis ihm ein Greis aus Pylus sagte, daß er einen kleinenKnaben, eine Heerde Rinder wundersam forttreibend, gesehen habe.Durch seine Wahrsagerkunst brachte Apollo jetzt heraus, daß Mer-cur der Räuber sey. Er eilte zur Maja und redete scheltend denKnaben an, der sich stellte, als ob er schliefe, und selbst durch dieDrohung des Gottes sich nicht schrecken ließ, daß er ihn in denTartarus hinabschleudern wolle, sondern seine Unschuld betheuerte.Apoll aber ließ sich von dem Listigen nicht täuschen, und brachte
seine Klage vor den Gott der Götter. Auch hier läugnete Mercur.
Aber Jupiter durchschaute die Schalkheit des Knaben und erkannteihn als den Thäter; doch zürnte er ihm nicht, sondern lächelte ihmfreundlich, daß er so schön und klug den Diebstahl zu läugnen
wußte. Er befahl ihm, den Ort anzuzeigen, wo die Rinder ver-
borgen wären. Um sich vor neuen Ränken zu sichern, band ihmApollo die Hände, aber die Fesseln fielen ab, und statt dessen stan-den die Rinder paarweis an einander gebunden. Als aber jetztMercur die neuerfundne Zither zu spielen anfing, ward Apollo soentzückt, daß er den Erfinder um sein Instrument bat, die Kunstdes Gebrauchs von ihm lernte, und ihm dafür eine Geißel gab, diefortan gemeinschaftlichen Heerden zu weiden. Mit noch mehr Er-staunen blickte Apollo auf den erfinderischen Gott, als dieser jetztauch den Flöten ihre Stimme gab. Beide schlössen einen Vertrag.Mercur versprach, dem Apollo nie seine Zither oder seinen Bogenzu entwenden, und nie seiner Wohnung zu nahn; dieser gab ihmdagegen den goldnen Friedensstab, L-räirsöns (l. d. Art.) — Homerstellt uns den Mercur als einen schönen, in die männlichen Jahre