Messe 289
. , Messe (lateinisch rnlss»), hieß zuerst in der lateinischen Kirche^ die ganze Abendmahlshandlung, oder die Ceremonie des Abendmahls.
,, Diese Benennung rührte daher, daß, nachdem die Feier des Abend-
^ mahlS in den öffentlichen Beriammlungshäuser» oder
^ Kirchen begann, man dieselbe auf den allgemeinen Gottesdienst fol-
^ gen ließ. Um die Beendigung des allgemeinen Gottesdienstes jedem,
der nicht an der Abendmahlsseier Antheil nehmen wollte, anzukündi-r' aen, wurde es üblich, daß ein Kirchendiener die Worte rief: des.
^ MISS» v»r «c, «oi>oio (geht, die Versammlung ist entlasten). Durch
j ein ganz gewöhnliches Mißverständniß wurde nun die folgende Hand-
lung selbst rn>« 5 ->, und nachher durch Berstümmlung Messe genannt.
^ Späterhin erhielt der Ausdruck in der römisch - carholische» Kirchej, noch die engere Bedeutung, daß man darunter das bei der Haltung^ des Abendmahls gebräuchliche oüiaium oder Gebet vor dem Altarjg (daher der Ausdruck: Messe lesen), oder auch die Einsegnung(Conftcration) des Brots und Weins verstellt, wodurch diese in dene, Leib und das Blut Christi verwandelt, und so als ein Versöhnnngs-
ü opier für die Lebendigen und Todten Gott geopfert werden sollen,
s, Letzteres ist der eigentliche Sinn der Messe in weiterer Bedeutung,
j, Gregor I. oder der Große (st. um Ü04) bildete auch die Meß-
„ gebräuche aus. Da die Messe zugleich eine sinnbildliche Vorstellung
des Leidens Jesu seyn sollte, so mußten die Handlungen des Priestersund jeder Theil seines Dienstes auf die besondern Umstände der Pas-sion anspielen, wobei auch die verschiedenen Stellungen und Bewe-is, gnngen ihre eigenthümliche Bedeutung haben. Die Feierlichkeit derNeffe, wie sie noch gegenwärtig in der römisch-catdolischen KircheStattfindet, wird in drei Theile getheilt: 1. das Offertorium,l, die Aufhebung und Verehrung der geweihten Hostie, die gewöhnlichin einer kostbaren Kapsel (die Monstranz) befindlich ist ; 2. die Wand-oa lung oder die Einsegnung der Hostie und des Weins, welche derGeist-zu liche genießen soll; Z. die Sumtion, oder der Genuß des geweihtenzu Brots und Weins. Ist Musik mit dieser Feierlichkeit verbunden,
jtS so wird sie gewöhnlich Hochamt genannt. Auch die Musik selbst,
!N, Küche in einer Komposition der Worte des Kyrre, Gloria, des
!cr apostolischen Glaubensbekenntnisses, des Sanctus, Benedictus und
Ä Aznus der besteht, wird von den Musikcüü eine Misse genannt,
hr Bach den verschiednen Graden der Feierlichkeit wird sie in hohe
sie aber große und niedtige Messe (zu welcher auch die stille gehört) ein-
li- getheilt. Erstere wird von den Chorsängern gesungen und unter
,er dem Beistande eines Diaconi und Subdiaconi gehalten; sie ist noch
iß stierlicher, wenn sie vom Bischof gehalten wird, Die feierlichste ist
:ec die päpstliche. Auch sind die Messen nach den Festen verschieden,
-,h> an welchen sie gehalten werden, z. B. die Messen der Heiligen, s»
in- kie »ach den Veranlassungen und Gelegenheiten, bei welchen sie
an angestellt werden. Eine besondre Art von Messen sind die See-
ihl Anmessen und Lodtenmesffen; sie sollen den besondern Zweck
gk- haben, die Seelen der Gestorbenen dem Fegefeuer zu entreißen, oder
ßit «afsübe zu lindern. Sie wurden oft von den Sterbenden oder ih-
ren Verwandten bestellt, und mit Erbschaften oder Vermächtnissen,Küche man an Kirchen und Geistliche spendete, reichlich belohnt;:h- ße gehörten daher vorzüglich zu den BereicherungSmitteln der Letz-te. ^rn. Die Todtenmeffen haben ihre besondern Feierlichkeiten (s.
>n» Meguien). Eine ganz besondre Art der Messe ist auch die soge-
nannte trockne Messe, d. i. diejenige, weiche auf der See gelesen*">». ie». (sr. Auf,.) vr. 19