288 Messalina
ten. Anfangs war es ein Theil von NiinrodS Reiche im Singer. -Nach einem Iwischenraume von mehr als 700 Jahren (mehr als 2000 b
Jahre vor Chr. Geh.) kommt Cusan Rischataim als König von Me- 2
sopotamien vor, der seine Herrschaft über den Euphrat ausbreitete. »
Die Jsraeliten, die schon in Palästina saßen, mußten ihm acht §
Jahre lang Tribut bezahlen. Im goldnen Zeitalter der assyrischer S
Macht, 7yo vor Chr. Geb., ward Mesopotamien diesem Reiche im.- d
terthan und erlitt die Schicksale seiner nachmaligen Bezwinger. °Trajan unterwarf es zwar 106 nach Chr. Geb. den Römern; aber "die Perser ließen sie nicht lange in ungestörtem Besitz. Als endlich e
die Araber 651 auf den Trümmern des saffanischen Reichs ein »eins ^
bildeten, mußte auch Mesopotamien diesen Stürmen gehorchen. Im ^
I. 11140 fiel es dcn^Seldschuken in die Hände. Seit dieser Zeit ti
hatten es schnell auf einander folgende Beherrscher. Dschinzischar °
machte sich 1218 davon Meister. Allein es ging schon wieder IM l
an den Tur-Lli-Beg verloren, der eine e'gnevDynastie, der «reißt l
Schöps genannt, daraus bildete. Vierzig Jahre darauf ward Me- ^
sopotamien von Tamerlan erobert und 1514 von Jsinael Sophi «
dem persischen Reiche einverleibt. Aber auch diese Einverleibmiz ^
hatte keinen Bestand; denn 1554 mußten die Perser mehr als die '
Hälfte davon den Türken abtreten, und ob sie gleich 161Z den vn- b
lernen Theil wieder an sich brachten, so konnten sie doch zuletzt °
Amurads IV. übermächtigen Andrang nicht aushalten , welcher «übst t
mehrern Provinzen auch diese 1637 mit seiner Krone vereinigte. e
Der jetzige Flächeninhalt dieses Landes wird auf 1700 Quadratmei- k
len angegeben. . l
Messalina (Valeria). Diese durch ihre zügellosen Ausschmb °
Hingen berüchtigte römische Kaiserin war die Tochter des Messest ?
Barbatus und Gemahlin des Kaisers Claudius. Ihr gebührt di« >
schmachvdlle Anerkennung, an Unverschämtheit und Frechheit M l
den schamlosesten Weibern keines Zeitalters übertroffen worden zu >
seyn. Alle zum Hause des Kaisers gehörigen Männer hatte sie«»Geliebten. Offiziere, Soldaten, Sclaven, Schauspieler, nichts l
war ihr zu niedrig. Kaum wurde ein Jüngling in Nom gesunden, «
der nicht ihre Gunst genossen hatte. Nicht zufrieden, sich selbst der a
Schande Preis zu geben, zwang sie die edelsten Römerinnen, in ihrer <
Gegenwart sich ähntichcnAusschweifungen preis zu geben. Wer ihr -
nicht willfahren wollte, den bestrafte siemitdemTode. Endlich wagte °
sie es sogar, sich bei Lebzeiten ihres Gemahls mit dem Casus «
lius, einem Senator, öffentlich zu vermählen. Ein Mreigelaßn« «
und Günstling des Kaisers, Namens Narcissus, der ehedem Mt lein Liebhaber der Messalina gewesen, entdeckte dem Claudius, direben von Rom abwesend war, die neue Schandthat seiner Gemah-lin; und da dieser in ihrer Bestrafung zögerte und Narcissus M-' ^
sah, daß sein eignes Leben auf dem Spiele stehn würde, wem>es der Kaiserin gelingen sollte, sich bei ihrem schwachen GcMhtwieder in Gunst zu setzen: so gab er selbst einigen Vertrauten -N- ,
fehl, sie heimlich zu ermorden, im I. 46 nach Chr. Geb. MitRecht heißt es von ihr: ^
Minder berüchtigt ist Statilia Messalina, die dritte Gemah- slin des Nero, dessen Tod sie in den Privatstand zurück verietzr- .Sie widmete darauf ihre Zeit dem Studium der Beredsamkeit »«der schönen Künste und erwarb sich einigen Ruf darin.