Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
352
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852 Mirabeau (Horror« Gabriel Victor Riquetti)

gleich Fortschritte in der Musik und im Zeichnen machte. Noch jung, ab»nach Rubin dürstend gab er ein Lobgedicht auf den großen Conde und einig«andere Gedichte heraus. Aber er brauchte einen Führer, derseinen ersten iFlug lenkte, seinen Geschmack regelte, und seinen ungestümen Geniuszügeite. Locke ward dieser Führer; Mirabeau bekannte oft, daß er dessenSchriften seine Fortschritte verdanke. In ihnen fand er jene klare, fräs- itige, unwiderstehliche Logik, die Mirabeau's Werke auszeichnet, undohne welche es keine echte Beredsamkeit gibt. Der Wille seinesVaters, und die Macht der Gewohnheit bewogen ihn, Militärdienste >zu nehmen. So kam er aus der Schule in die Garnison. Aber indiesem Seminarium des jungen Adels wurden seine herrlichen Anle-gen verdorben, und seine aufkeimenden Talente durch die dort altEhrenpunkt gefeierten Laster erstickt. Tyrannischer Übermuth undsklavische Niederträchtigkeit galten für Juzendbildung. Der jungeMirabeau durchbrach hier zuerst die Fesseln seiner harten Erziehung,welche seine heftige Gemüthsart bis jetzt mit größter Ungeduld er-tragen hatte. Endlich erwachte sein besseres Selbst: die Liebe ver-wandelte ihn in ein neues Wesen, und dieser erste Sturm seineraufgeregten Leidenschaft trug alle Kennzeichen der Eigenheiten seinesCharakters. Mirabeau's Vater wurde darüber unruhig; er, der inder Ehe sein Vermögen auf schändliche Weise mit Maitresscn ver-schwendete, verfolgte als unerbittlicher Tvrann die zärtliche Leiden-schaft des Sohnes; er ließ ihn in die Festung auf der Insel Aleeinsperren, und wollte schon ihn zwingen, sich nach den holländi-schen Colonien einzuschiffen, die von jeher der Zufluchtsort und desGrab unglücklicher Europäer waren. Doch die Freunde des Mn-auis von Mirabeau hinderten ihn an einem so schmählichen Mord.Dieser Mißbrauch der väterlichen Gewalt bestimmte zuerst des Soj- ,nes Ansicht von; Despotismus. Zwanzig Jahre seiner Jugend ver-lebte er seitdem theils in der Gefangenschaft, theils auf der Fluütin Holland, Deutschland, der Schweiz, Flandern und England, mihn nur Gcschicklichkeit und Fleiß vor Mangel schützten. Wie ostgeräth ein feuriges Genie gerade durch die Mittel, die es bändige»sollen, auf Irrwege! Zwang erhöht die Energie großer Charakrere,und gegen einen eisernen Scepter empört sich jede Kraft der starke»Seele. Mirabeau erhielt »ach seiner Befreiung die BcgünstigmHalö Freiwilliger nach Corsica geschickt zu werden. Er zeichnete sich aus,und bekam nach Endigung des Feldzuges das Patent als Dwgoncr-hauptmsnn. Da ihm aber sei» Vater den Wunsch versagte, eimCompagnie zu kaufen, gab er den Militarstaud, ungeachtet sem»Vorliebe für denselben, auf. Nach seinem eignen Geständniß war erganz für denselben geschaffen, und es gab kein Buch über die KnEkunst in irgend einer todten oder lebenden Sprache, das er nM ^gelesen zu haben versicherte. Wahrend des Krieges in Corsica un-tersuchte Mirabeau die Gründe desselben; aber diese Prüfung wasfür sein Glück beschämend. Er schrieb daher gleichsam z»rßung desselben eine Denkschrift mit Bemerkungen über die M?- .bräuche der genuesischen Aristokratie, und übergab sie seinem Au«, >der sie aber vernichtete. Bald nachher wurde dem jungen Knegeein Cursus der Ländwirthschaft von seinem Vater, den alle Oko» -misten als ihren Patriarchen betrachteten, vorgeschlagen. Er v--tauschte jetzt das Schwert mit dem Pfluge, doch nur aus Gefu» s-keit. Ein Rechtshandel verbitterte ihm die an sich schon ihm mssvLag«; er verließ Limousin und ging in die Provence. H"ri

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