Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
354
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ZZ4 Mirabeau (Honors Gabriel Victor Riquetki)

fs beschloß er, ihren Nachstellungen zu entfliehen. Er flüchtete sich Iin die Hauptstadt der Bonrgogne, wohin seine Geliebte, die ihrem >Mann das Geld dazu entwandt hatte, sich gleichfalls begab? aber jihre Mutter gab ihn an, er wurde ergriffen und in das Schloß >hei Dijon gefangen gesetzt. Unterdessen war die Commission, welche z

Herr von Maleshrrbes ernannt hatte, um die Streitigkeiten zwi- -

schen Bater und Sohn zu untersuchen, geneigt, den letztern zu bu l

freien; aber der unbiegsame Alte kam ihr durch «inen neue» Bei- ,

Haftsbrief zuvor, der Mirabeau verurtheilte, seine Geliebte in dm :festen Schlosse Dourlans zu vergessen. Herr von Maleshcrbes trat jdamals aus dem Ministerium, doch ließ er noch Mirabeau den Wink ! ,

sseben, der letzte Dienst, den er ihm erzeigen könne, sey der Rath, ! iins Ausland zu fliehen. Mirabeau hatte ihn kaum befolgt, als er ^ ,einen Brief von Sophien erhielt, der ihm meldete, daß man sie in lein Kloster zu sperren drohe, Lemounier habe um einen Verhastbrief > §gegen sie angehalten, ,,für mich," schloß sie, „bleibt nur Flucht >«der Tod übrig!" — Sollte er sie jetzt verlassen, die um seinetwil- ^ ,den so unglücklich wurde? konnte er, selbst ein Flüchtling, ihr dir s

Flucht wehren? Der Zorn des beleidigten Ehemanns suchte Rechts- s

hülfe. Ein Unter-Gerichtshof sah die Sache als Entführung und >Raub an, und sprach das Lodesurtheil über den Angeklagten, der s

im Bildniß an den Galgen gehangen wurde. Dies schmachvolle Ilr- ,

theil wurde zwar in der Folge vernichtet, und dem Ankläger würde >

«ine große Geldbuße auferlegt worden seyn, hätte nicht Mirabeau >

großmüthig ihm verziehen, unterderBcdingung, daß ernicht längerdie ^ ^

Ruhe einer Frau stören solle, welche ihn verabscheue. Unterdessen ^ sverbarg sich Mirabeau in Holland, wo er unter dem Namen G> > iMarthieu einsam und unbemerkt mit seiner Sophie, seinen Bü-chern und einigen gelehrten Freunden lebte. Während der Zahre ,1776 und 1777 erhielt er sich und seine Freundin nur durch iiterariM ,Arbeiten. Der Buchhändler Changuyon gab ihm vollauf zu 1

thun. Der rastlos thätige Graf versuchte sich in mehr als silier ,

Wissenschaft. Sein größtes Werk in dieser Periode war die Über- 1setzung einer Geschichte Englands. Er entwarf jetzt den Plan, »aH 1Amerika zu gehen; hätte er ihn doch ausgeführt, dort würde er ,«inen Theil seiner politischen Bestimmung erfüllt haben! 3 "^ sfühlte er sich in seiner jetzigen verborgnen Ruhe glücklich. Er schm sdert sie mir zauberischen Farben in seinen Briefen, wo er »st den !Verlust jener seligen Unbedeutenheit beklagt, für welche er NM s

geschaffen war. Won seinem Asyl in Holland aus schickte er die i

Denkschriften gegen seinen Vater in das Ausland; dies war ein ua- sverzeihlicher Fehler, den er zugestand, indem er sie mißbilligte :

mit seinen Thränen zu verlöschen suchte. Sein fortwährend navRache dürstender Bater hatte leider Einfluß genug zu bewirke»,daß man das Bölkerrechtverletzte, um seinen Sohn zu bestrafen. EmPd' !lizeidiener begab sich, mit einem von Amelot und Vergennes unter-zeichneten Verhaftbriefe, mitten in einen Freistaat, um seineaufzusuchen. Mirabeau wurde gewarnt und bereitete sich zur Fluhllaber er mußte noch für die Sicherheit seiner Sophie sorgen, sich ° 'wenigen Augenblicke, die er dadurch verlor, beraubten beide rh>!Freiheit; sie wurve» den iMn Mai 1770 in dem Hause deS HerrnLequcsne in Clevestand verhaftet. Die holländische Regierung liefsich diese Beeinträchtigung ihrer Rechte gefallen. Nach ihrer ^kirnst in Paris wurde Mirabeau in den Donjon zu Bin«»»«»