Band 
Sechster Band. M und N.
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38r 'Mnemosyne Modalität

künstlichen Methode zu verdanken gehabt. Bekanntlich gibt es auch !Arzte, Marktschreier, Mystiker, Apotheker, Quacksalber und Na-turphilosophen, weiche den Gebrauch gewisser physischer Mittel zurErhöhung und Stärkung des Gedächtnisses vorgeschrieben haben.Indessen scheint ihre Versicherung nach den bisherigen Erfahrungeneben so wenig Glauben zu verdienen, als die Etikette, nach wel-cher gewisse Sorten von Schnupftabak versandt werden.

Mnemosyne, eine Tochter des Uranus und der Erde, eineLitanide. Sie erfand, wie die Dichtung erzählt, die Regeln fürdie Vernunstschlüffe, und war überhaupt die Bildnerin des mensch-lichen Verstandes. S>e zeugte mit dem Jupiter in Pierien dieneun Musen (s, d. Art.), indem sie neun Nächte in seinen Ar-men ruhte.

Mocca, eine der vornehmsten Handelsstädte in Arabien undden angränzenden Ländern, am arabischen Meerbusen gelegen, miteinem geräumigen, zur Handlung äußerst vortheilhäflen Hafen,welchen nicht bloß Kaufleute aus der Barbarei, aus Ägypten, derTürkei, sondern auch von fast allen andern Rationen besuchen.Ehedem war dieser Ort ein bloßes Fischerdorf, und erst vor etwa100 Jahren hob er sich durch den Handel. Man zählt gegenwärtigig,ooc> Einwohner. Die Europäer bringen vornehmlich indischeWaaren und Eisen dahin, und handeln dagegen Caffie, Aloe-, Bal-sam, Gummi u. s. w. e-n. Vom Mai bis zum August ist der Han-del am lebhaftesten. D e größten Geschäfte machen die Engländer.Der Statthalter oder Dola zu Mocca steht unter dem Jman vonFernen. . ^

Modalität. Nach dem Leitfaden der Kategorien werden dieUrtheile nach Quantität, Qualität, Relation und Modalität be-trachtet. Die drei ersteren machen den Inhalt eines Urtheils aus.Die Modalität aber ist eine ganz besondre Function, die sich da«durch unterscheidet, baß sie nichts zum Inhalt des Urtheils beitragt,sondern nur den Wertb der Copula in Beziehung auf das Denkenüberhaupt bestimmt. So wie Qu. ntität und Qualität die in-nern Eigenschaften der Urtheile betreffen, so betreffen Relation undModalität die Verhältnisse der Vorstellungen im Urtheile und desganzen Urtheils zum Verstände. Es ist also die Modalität dekUrtheile die Art und Weise des Fürwahrhaltens, mit welcher dttVerstand die Verbindung der Begiiffe in einem Urtheile denkt.

Z. B. ob der Verstand das Fürwahrhalten unbestimmt läßt, wiein problematischen Urtheilen, oder ob er es als bestimmt gsst, wiein assertorischen Urtheilen, oder ob er die Ve Windung der Begriffenothwendig für wahr halten muß, und das Gegenthe'l gar mandenken kann, w-e in apodictische» Urtheilen. Im Allgemeinen labsen sich die Modal täten so ausdrücken! Es kann seyn, daß 4Prädicat I'< hat (problematisch); alle L sind k (assertorisch)- Uswsind nothwendig k (apodiktisch). D e problematischen Urthez eerfodern die Möglichkeit, die assertorischen das Daseyn, !»eapodiktischen endlich die Nothwendigkeit (als Gegensatz eerZufälligkeit) des gedachten Objects. Das allgemeine Princip, we-ches dem allen zum Grunde liegt, ist dieses: Alles, was von u>ierkannt werden soll, muß mit unserm Erkenutnißvermbgen auf >gend elttt Art verknüpft seyn. Daraus folgt- was mit den faemalen Bedingungen der Erfahrung übereinstimmt, oder was denroist, ist möglich; was mit den materialen Bcdingunven der >»