Modell Modena 385
» Jahrgang erschien. Anziehender hat sich das bekannte Journal>. des Luxus und der Moden, das mit dem Jahrs 1786 seinen
>- § Ansang nahm, Und dessen 2yr Band im Jahre 1814 erschien, zu
k, machen gewußt. Modern ist das, was der neuen Mode gemäß
>- ist. Modernisiren heißt, etwas nach selbiger einrichten. So
x, wird eine Garderobe, oder ein Dichter des Alterthums moderni-
u sirt, oder (wie Herr Campe sagt) verbeutiget. Modesucht ist
u eine böse Krankheit, worin derjenige, der von ihr besaiten ist, durchaus!- nicht rastet noch ruht, bis er alles, was die Mode verlangt undn 1 vorschreibt, angeschafft hat und mitmachen kann. TUI
s Modell, Vorbild, Musterbild, nennt man'in der Mahler«
t ! eine männliche oder weibliche Person, welche der Künstler nackend- j vor sich hinstellt, um sie zum Gegenstände seines Studiums zu ma-le ! chen. Ein Gemählde nach solch einem lebenden Modell heißt eineh ^ Akademie. Bei den Bildhauern heißt das Modell eine künstliche,
i ' aus Thon oder Wachs geformte Figur, die ßum Borbild für dieje-nige dient, welche der Künstler aus einem härtern Stoffe zu bildenn vorhat. Hier ist also das Modell eigne Erfindung und Vorarbeitv des Künstlers, in der Mahlerei etwas Gegebnes, das nicht eben in't jedem Falle zur Nachbildung geeignet ist. Das Studium nach Mo-li selten kann und soll hier keinen andern Zweck haben, als die ver-s schiednen Formen und Bewegungen der lebenden Natur an beiden Ge-le schlechtem nach Verschiedenheit des Alters, der Lage und Handlung
i- kennen zu lernen, das Auge dadurch zu schärfen, und die Hand
e zu üben, das richtig Wahrgenommene Mit Sicherheit, Wahrheitd l und Leichtigkeit darzustellen. Soll der Künstler diesen Zweck errei-» chen, so darf er sich nicht an ein einziges oder nur wenige Modelle
) , kalten, sondern muß die Natur in ihren mancherlei Typen für Ge-
i- schlecht, Alter und Charakter zu studire. Ein andres aber ist es,l> diese Modelle zu seinem Studium zu machen, und ein andres, siei in seine Schöpfungen überzutragen« Wer überall in seinen Gemäht-er ^ den nur das Modell wiedergibt, ist ein Eopist, und ZeuxiS selbsti- > würde nichts anders gewesen seyn, wenn die Sache mit den siebener Mädchen, die ihm zum Modell seiner Helena gedient haben, sich inll> der That so verhielte, wie sie gewöhnlich erzählt wirb, daß er von>i, jeder den schönsten Theil nachgebildet habe, wodurch er gewiß nichtsst anders als ein schönes Ungeheuer würde zu Stande gebracht haben«>> i Bas Beispiel des Zeuxis kann uns aber zeigen, daß der Gebrauchr- l wehr«« Modelle einem geistreichen Künstler nie nachtheilig sonnü j wird. Hat er die Idee irgend einer Gestalt oder eines Charaktersl- ^ deutlich gedacht, so wird er dieselbe bei der Ausführung überall» ! dorwalten lassen. Bildete er aber von mehreren Modellen ver->!> Hiedne Theile mit sklavischer Beobachtung der Jndividuatität nach,o- s« müßte ein unübereinstimmendcs Ganzes entsteh«, wie es keiner denkender Künstler, sondern bloß ein geistloser mechanischer Coxist« «el-rn kann. ä.i.
" , Modena, vormals als Reichslehn ein eignes HerzdgthUm in
er der Lombardei, welches gegen Süden an das Großherzogthum Kos-r- cana und die Republik Lucca, gegen Lsten an das Gebiet von Bo-u wgna, gegen Norden an die Herzogthümer Mirandota und Man-- ^ 5 ' «nd gegen Westen an das Herzogthum Parma gränzt, und
n „ aus dem Hause Este noch die Fürstenthümer Mass»
^ i".,.^arrara beherrschte. Dem österreichischen Erzherzog Ferdinand," sicher sich im Jahre 1771 mit der einzigen Tochter des Herzog«k-x. (N. AM.) vl. SH