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von Moden« Hercules Rainald, vermählte, wurde vom deutsche»Reiche die Anwartschaft auf das modencsische Reichslehn nach derzu erwartenden Erloschung des este'schen Mannsstammes zugesichert!Der lüneviller Frieden <!8oi) entriß indeß dem noch alte»Herzog sein Hcrzogrbnm Modena *), welches von Frankreich schon'im Jahr 1796 erobert und bald darauf zu der sogenannten cisalpi-nischen Republik, dem nachhingen Königreich Italien, geschlage»worden war, in welchem es die beiden Departements Crostolo undPanaro bildete. Sollte das Königreich Italien unter österreichisch!Botmäßigkeit kommen , wie es wahrscheinlich ist, so ist zu erwar-!ten, ob Modena in den bisherigen Territorialverhältniffen bleibe»wird, — Die Haupt- und Residenzstadt des vormaligen Herzoz-thums war Modena, seit Errichtung der cisalpinischen Republik,Hauptstadt des Departements Panaro. Diese Stadt liegt in einersehr angenehmen Ebene zwischen der Secchia und dem Panaro,mit welchem sie durch einen Canal verbunden ist. Sie enthält über >26,000 Einwohner und zählt sehr viele schöne Gebäude, vorzüglich >in der Strada Maestra. Vormals hatte sie eine Universität, dirsehr geachtet wurde, und noch jetzt zeichnet sie sich durch einen Reich-thum von Kunstsachen aller Art aus, ungeachtet die dortige Bilder-gallerie schon im Jahr 1746 durch Kauf nach Dresden gekommo»ist und die Franzosen im Jahre 1796 vorzüglich aus der herzogli-chen Bibliothek und Jnstrumentensammlung vieles entfernt hatte».Ehemals stand die Stadt im Ruf der Unreinlichkeit und des übol»Geruchs ; jetzt gehört sie zu den reinlichsten Städten Italiens. Sieist der Geburtsort des um die Philologie und insbesondre um die srömischen Alterthümer so hoch verdienten Siponius, des durch sei«Forschungen über die Geschichte von Italien so berühmten Nun- .tori, und des in der Gattung des komischen Heldengedichts ausgezeich- )neten Eaffoni, des Dichters der Seoclliu rupir» oder des geraubte» jWaffereimers. Dieses Gedicht bezieht sich auf eine wirkliche Be-gebenheit. Die Modeneser hatten im Kriege von 1249 bei ei-nem Brunnen vor den Thoren von Bologna einen Eimer von Ta»- !Nenholz genommen oder erbeutet, und ihn als eine Trophäe »ich )Modena gebracht, wo er noch jetzt im Thurm der dasige» D«»>-kirche aufbewahrt wird.
Modern nennt man zwar im gewöhnlichen Leben, was du iMode, dem Geschmacke und Charakter der heutigen, gegenwärtige» >Zeit gemäß ist, in einer höhern Bedeutung aber, vorzüglich im Ge-biete der Kunst und Ästhetik, was dem eigenthümlichen Charakterder neuern, d. i. christlichen Zeit angehört (s. d. Art. Antik). >Im Allgemeinen ist es die Herrschaft des geistigen Princips, d»iAufstreben zu innerer Freiheit und geistiger Anschauung, was ßh !im Erkennen und Handeln mächtiger regte, und in der Ausbreitn»-des Monotheismus, vorzüglich durch die christliche Religion,die Religion der Liebe und des Duldens, in dem Strebender Staa-ten nach der monarchischen Verfassung, in dem veränderten»»«ethisch ausgebildeten Geschlechtsverhälrniß, welches zur gefühlvol-len, empfindsamen, ja schwärmerischen Liebe wurde, und in dttHerrschaft der Monogamie kund that. Daß diese Züge sich er»allmälig zu einem Ganzen entfalteten, ist natürüch und dem Ge-setze aller Bildung gemäß. Die neuere Bildung,! sagt A. W. Schtt-
») Ueber die chehr Unzureichende) Entschäoigung des Herzogs stehe den K'tlkel Bretsgau.