Band 
Sechster Band. M und N.
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Modulation

tich; der antiken Darstellung verwandter der Jtaliäner, «!iüberhaupt der «Südländer heiterer und sinnlicher, melodischer undwohllautender; ernster und düstrer der Nordländer. Ja selbst imKomischen trat der Charakter des vorwaltenden Gefühls als Hu-mor und Laune hervor. Von der Zeit der Reformation an be-ginnt aber eine neue Epoche, in welcher der romantische, dämme,rungsvolle Charakter dem Hellern Lichte des Verstandes und derWissenschaft weicht. Hier wird der Einfluß der Religion auf dieKunst geringer; daher sehen wir auch hier die Kunst die verschie-denste» Tendenzen, z. B. die moralische oder intellektuelle, h>sto-rische oder bürgerliche, annehmen, und die Stoffe der verschiedenste»Zeiten behandeln, jedoch so, daß auch die Behandlung der Gegen,stände des Alterthums den Charakter der neuern Zeit nicht ver<läugnen kann, welcher größtcntheils auf Rührung und Effect hin-geht, und einen elegischen Grundton hat (moderne oder senti-mental« Behandlung); ja es möchte selbst das Hinneigen der Preßtzur Ph ilosophie, namentlich zu dem in derselben vorherrschendenIdealismus zu den weniger hervortretende» Zügen dieser Kunst,«poche gehören, die man oft im Gegensatze der romantischen,vorzugsweise modern nennt. Überhaupt aber herrschen indemLeben der Modernen die (mehr svstematische) Wissenschaft unddie Gewerbe noch über die Kunst, weßhalb auch die Raturpoe,sie seltner, die Kunst mehr Sache der feiner gebildeten Stande unddas Product einzelner zerstreuten Genien geworden ist. Aus jene»Zügen aber, so wie aus dem Vorwalten des privat- und bürgerli-chen Lebens erklärt sich auch die^Verbreitung des Romans, gleich-sam eines Schaltens der romantischen Poesie, welcher an die Stelltdes Hähern Epos getreten, und jenes modernen Dichtertalents, des,wie Görhc sagt, durch eine abenteuerliche Verknüpfung der bcdeu-tenden Zustände des menschlichen Lebens sich die Theilnahme duganze» cultivirten Welt zu verschaffen gewußt hat, indem es zu-gleich die wirkliche Gegenwart zur Poesie zu erheben strebt; fernerdie Ausbildung und Verbreitung des bürgerlichen Schauspielsund der Familiengcmählde, die Herrschaft der didaktische»und elegischen Poesie, so wie der Landschaft und der Prospektein der Ntahlcrei. V.

Modulation wird bald in einem weiter», bald in eine»engern Verstände gebraucht. Im ersten Falle versteht man darunterdie mannichfaltige und schickliche Abwechselung der Tone in demVerfolge der Melodie, oder die Lonführung überhaupt, und in s°fern durch sie die Art der Folge der Accorde vom Anfang« bis si»völligen Ausweichung in einen andern Ton angedeutet wird. M«»gern Sinne bezeichnet Modulation eine solche Tonsührung, b«welcher eine Tonart mit der andern verwechselt wird, oder deniem-gen Prozeß, den man eine Ausweichung nennt. Im letzter» ö-Mwird also dadurch die Kunst bezeichnet, den Gesang und die Härmen»aus dem Haupttone durch andre Tonarten vermittelst schicklicher Aus-weichungen durchzuführen und dann wieder in den ersten,Haupttvn, von welchem man ausgegangen ist, und in welchem manstets wieder schließen muß, zurückzukehren. In ganz kurzen Ton-stücken, die durchaus nur in einem einzigen Tone gesetzt sind, oo«auch in langen Stücken, wo man anfangs eine Zeit lang >nHaupttone bleibt, ehe man in einen andern ausweicht, besteht eegute Modulation darin, daß man mit gehöriger Abwechstlong uu