Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
389
JPEG-Download
 

I

Modulation 38?

>d ^ Danm'chfaktl'gkert den Gesang und die Harmonie eine Zeit lang inm ! dem angenommenen Tone fortsetze und am Ende darin beschließe.

!- > Da dieses wenig Kunst crfodert, so kommt es dabei bloß darauf

c° ' an, daß gleich im Anfange der Ton durch den Klang seiner wescnt-!> lichstcn Saiten, der Oktave, Quinte und Terzie, dem Ohre deut-!r lich gemacht werde; hernach, daß der Gesang, so wie die Harmonie,u durch die verschiednen Töne der angenommenen Tonleiter durchge-«- führt, hingegen keine derselben fremden Töne,, weder im Gesänge,

>> noch in der Harmonie, gehört werden. Dabei ist aber eins Man-

" nichfaltigkeit von Accorden nothwendig, damit das Gehör die nö-i> thige Abwechselung empfinde. Man muß nicht, wie wohl beschränkteHarmonistcn zu thun pflegen, nur immer bei zwei oder drei Ac-n cordcn verweilen, oder sich in bloßen Versetzungen wiederholen, viel-

i- weniger, ehe das Stück oder der erste Abschnitt beendigt worden,

u wieder in den Hauptton, von welchem man ausgegangen ist, zu-

« rückkommen, und in demselben schließen. Die Regel, daß man nur

ö . solche Töne hören lasse, die der angenommenen Tonleiter zugehö->, ^ reir, darf in so fern eben nicht auf das strengste beobachtet wer»"> ^ den,, als man nur dafür zu sorgen hat, daß die Berührung einerld ^ der Tonleiter fremden Saite nur gleichsam im Borbcigehn vorge-n ncmmen und diese selbst sogleich auch wieder verlassen werde. S»d könnte man z. B. in der Tonleiter C dur allerdings durch xis in» kl moll und durch Ks nach der Dominante und von dieser wiederr zurück in den Hauptton gehn,, ohne, daß durch diese zwei, dem>' Trundtone von C dur fremden Töne, die hier gehört werden, dasü Gefühl dieser, Tonleiter selbst verletzt oder gar vernichtet werde,

n Nur müssen nicht solche fremde Töne gknommen werden, die der

>< «onleiter von C dur gänzlich fremd sind, wie, wenn man in dieserTonart ci, oder llir hören lassen wollte, durch welche, das Gefühl>- einer ganz fremden, entfernten Tonart erweckt werden dürfte. Auf«nie Weise kann man ganze Stücke, oder einzelne Abschnitte von° Mols, sechzehn Tacten setzen, ohne unangenehm zu werden. Die" zweite Art der Modulation, oder das, was man im Allgemeinem" durch Modulation, versteht, erfodert schon mehr Kenntniß der Har-monie, und ist größern Schwierigkeiten unterworfen. Sie besteht" "amlich in der Kunst, länger« Stücken durch öftere Abwechselungn des Tons eine nothwendige Mannichfaltigkeit zu geben, wobei keineArte, die durch zu schnelle Ausweichungen entstehen dürfte, zu° suhlen seyn darf. Da es nothwendig ist, in länger» Stücken Ge-« Mg und Harmonie durch mehrere Äne hindurchzuführen, zuletzt» »der wieder in den Hauptton zerrückzukehren; so ist hier nur noch, ' , ?Adssken, daß in Betreff einer solchen Modulation die Natur

i- oes Stücks, und besonders seine Länge oder Kürze in Bracht ge-il überhaupt aber reiflich erwogen werden müsse, ob die

! EAtion bloß eine gefällige Mannichfaltigkeit oder Abwechselungle „ stylst habe, oder od sie etwas Höheres beabsichtige, nämlich

«ur Unterstützung des Ausdrucks zu dienen. Dergleichen Bctrach-» rungen geben dem Lonsetzer in besondern Fällen die Regeln seines"rhaltens an und zeigen ihm, wo er entweder von dem Haupttonr« wt entfernen könne, oder wo er im Gegentheile in dessen," ^ verweilen, oder ob er schnell und allenfalls mit einiger

> " in entfernt« Töne zn gehen habe, oder wo seine Auswei-

" sanfter und allmälig seyn sollen. Lauter Betrachtungen

» Ailchtigkeit, wenn man sicher seyn will, für jeden besonder»