446 Morales Moratorium i
besondrer Beziehung auf die eigenthümliche Beschaffenheit und Lag, !des Menschen, die a ngew a ndre M o ra lp hi I o sophie, die sich > §wieder in die allgemeine und specielle eintheilen läßt, je lnachdem die allgemeinen oder befonoern menschlichen Berhälinisse darin *berücksichtigt werden. Man spricht auch wohl in eben solcher Beste- §hung von reiner und angewandter Moral; allein mildem "
Ausdruck reine Moral bezeichnet man öfters auch eine solche Tu- '
gcnd- und Pflichtenlehre, welche keine andern Grundsätze und Re- > -gcln aufstellt, als die sich in der That aus dem höchsten Grundsatz *der Sitlrichkeit mit bündiger Folgerung ergeben, im Gegensatz sei- > ieher, wobei man die Moral mit der Sinnlichkeit, den LicblingSnei- *
gunaen und Leidenschaften, dem irdischen Wortheil und Gen»'»», <
gleichsam unter der Decke spielen läßt. Zu bestimmen, welches der ^
höriste Grundsatz der Sittlichkeit oder das Moralprincip sey, e
ist demnach für die Moralphilosophie von höchster Wichtigkeit. Wir t
besitze» darüber zwei besondre Werke von Kiesewetter undHen- >
ric °, welchen beizufügen ist Garve's Übersicht der vorne hm- t
st en Pr i n cip ien o e r Si tten le hre (Brcsl. 1798). Ein Haupt- ^
werk sind Schleicrmachers Grundlinien einer Kritik der -
bisherigen Sittenlehre (Berl. 1805). Statt die zahlreiche» >
Werke zu nennen, in denen die Moralphilosophie und Moral abge- §
handelt wird, und die man in den meisten Compcndien aufgeführt '
findet,-begnügen wir uns, den Freunden dieser Wissenschaft nur noch t
eins namhaft zu machen: Dreve's Resultate der philoso- t
phirenden Vernunft über die Statur der Sittlichkeit. ;
(Jena 1797.) äö. ^
Morales (Cristobal Perez, nach Andern Luis de), wurde m :Jahr 1509 zu Badajoz geboren, und kam frühzeitig in die Schule .!des Peter Campana, eines Mahlers aus Brüssel, welcher nach Spa- ^ inicn berufen worden war. Durch verschiedne Werke, mit denen er ^nach und nach ans Licht trat, gelangte er in seiner Waterstadt zusehr großem Ruhme. Man belegte ihn mit dem Beinamen des ^Göttlichen, entweder wegen seiner vortrefflichen Arbeiten, oder weil .er nur immer religiöse Gegenstände zur Bearbeitung erwählte: die fStraße, wo er wohnte, nannte man nach seinem Namen. Dieses ! kRuhmes ungeachtet lebte er i» großer Dürftigkeit, weil er seineGemählde so fleißig und sauber ausführte, daß er nur wenige Ar- «beiten zu liefern im Stande war. Kühnheit des Pinsels, mit der ,fleißigsten Ausführung gepaart, treue, jedoch veredelte Nachahmung -der Natur, Charakter in den Figuren zeichnen die Arbeiten dieser ^ 1
Künstlers, von denen man mehrere in Toledo, Valladolid, BurgoS ^und Grenada sieht, aufs voctheilhafteste aus. Er starb in seiner ^ ,Vaterstadt im Jahr 1586. . ' !
Moratorium ist ein obrigkeitlicher Freiheitsbrief, kraft dessenein Schuldner ungekränkt auf eine Zeit zur Berichtigung seiner An- >gelegenheiten am Orte bleiben kann. Soll durch ein solches Man- ttorium keme Ungerechtigkeit gegen den Creditor entstehen, der denDebitor deßhalb nicht auspfänden, noch sich an seine Person halten ^darf, so muß der Debitor nachweisen können, daß sein Pasgosranr ^den Activstand nicht übersteigt, ob für den Moment gleichwohl eine ^Zahlung aus Gründen unmöglich ist. Im entgegengesetzte ^
Fall würde ein solches Moratorium einen Staatsbürger auf um» ^pen eines andern begünstigen. n