Band 
Sechster Band. M und N.
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45s Mvreaü (Jean Victor)

pädie gelten konnte. — Im I. 1770 ward ihm die Entwerfurgaller zu den Hof- und öffentlichen Feste» erfodcrlichen Zeichnung»übertragen, und er begann die» Amt mit den Entwürfen zu denVermählungsseierlichkeiten des Dauphins und der übrigen königlich»Prinzen. Im I. 1775 gab er seine zur Krönungsftier LudwigsXVI. gelieferten Zeichnungen von ihm selbst in Kupfer gestochenheraus und ward darauf zum Mitgliede der Mahlerakadcmie aufge-nommen, auch zum königlichen Cabinetszeichner ernannt. Von sei-nem ungeheuern Fleiß zeigt die Menge seiner Kunstarbeiten, den»nächst dem, was er als königlicher Cabinetszeichner angefertigt hat,belauft sich die Zahl seiner zu Kupferstichen gelieferten Zeichnung« j»uf nicht weniger den 2400 Blätter. Im I. 1754 unternahm er .«ine Reise nach Italien, die in seinen Kunstansichten und Kunst-xroducten Epoche machte; alles, was er seit dieser Zeit lieferte, istfreier, edler und weniger manierirt. Noch im I. iZio zierte erdie Kunstausstellung durch zwei Zeichnungen, auf deren jeder überZoo Figuren waren. Seine hohe Uneigennützigkeit erlaubte ihmnicht, Vermögen zu sammeln. Er starb an einem krebsartigen Ge-schwür am rechten Arm.

Moreau (Jean Victor), geb. von bürgerlichen Litern z»Morlaix im Departement Finisterre im I. 1761, starb an seinenWunden den 2tcn September 1813 zu Laun in Böhmen. Er wardfeierlich begraben in St. Petersburg den 12. Oktober. Seine abge-lösten Beine aber wurden beigesetzt unter dem Denkmale, was ihmder Generalgouverneur von Sachsen, Fürst Repnin, auf der Höhevor Dresden, wo er gefalle», am -zten November 1814 errichtethat. (S. deutsche Blätter gier Bd. Z2stes St.) Als Mensch, Bür-ger und Feldherr vereinigte Moreau in sich die einfache Größe derersten Männer des Alterthums mir dem Reichthum neuer Bildungund mit der Anmuth des französischen Charakters. Sein Leben trittwie ein Stern aus der Nacht der französischen Revolutron hervor;und neben Napoleon steht Moreau, wie Ormuz neben Ariman. DerSieg kränzte Moreau's Panier mit Bayards Ruhm; aber das Un-glück gab dem erste» Helden des freien Frankreichs Unsterblichkeit.Er kämpfte nie als Soldat, sondern stets als Bürger, den Blichgerichtet auf sein Vaterland. Unter allen Verhältnissen handelte erselbstständig, wie ein freier, und bescheiden, wie ein tugendhafterMann. Wahrheit, sittliche Ehre galten ihm mehr als Alles: sein!Größe war seine Menschlichkeit. Das Schicksal wollte nicht, daß,Moreau auch als Staatsmann seinen Charakter und seinen Geißentfaltete. Er fiel, als eine neue Bahn vor ihm sich öffnete, in,Angesicht« des Nachruhms, Frankreichs Retter zu seyn, und duWiederherstelle,: der Freiheit. Sein Leben im Feldlager, in dirVerbannung und an der Seite Alexanders ist ein Epos, reich an ^tragischem Interesse Der Leser findet eine ausführliche Erzählungin Jochmus Geschichte des Generals Moreau, Berlin 1814, und

in Bea uchamps vio poiirigue , luillcairo er prives litt gsEZMoreau, karis 1Z14. Sei» wohlgetroffnes Bildniß nach Gerat»steht vor Ouwarows Klage kuuödrs tis Moreau, 8l. lleeeri'dourA rgiZ. Einen gedrängten Abriß des Lebens Moreau's enthaltdie in Dresden 1815 erschienene Schrift: Johann Victor Mo-reau und seine Todten feier (vom Pros. Haffe), mit einerAbbildung des ihm auf oem .Schlachtfelde vor Dresden errichtetenDenkmals, dessen einfacher und anspruchlvser Styl dem Charakter de«