Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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4Zr Moreaü (Zeän Victor)

dem Lage an, wo er an die Spitze der Rhein - und Moselarnuetrat, bis zu dem Lage, wo er, der Sieger von Hohenlinden, durchden Waffenstillstand zu Steher, den Frieden von Lüneville seinemVaterland« gab; vom 24sten April 1796 bis zum szsten December1800. Dreimal führte er im Angesichts des Feindes das Heer überden Rhein; im Juni 179Ü bei Straßdurg, im April 1797 bei Diers-heim, und im April 1800 bei Kehl und Breisach. Eben so gewandtals kühn ging er über die Donau, den Lech und den Jnn. DieseÜbergänge und seine Rückzüge, im Oktober 1796 vom Lech bis Hü-ningen, und im Mai 1799 von der Etsch bis Lurin und Genua, iwürden allein schon ihn gleich stellen den größten Feldherrn der al-ten und der neuen Zeit. Doch eben so hoch stellen ihn, wenn erkalt und ruhig entscheidende Schlachten schlug, und in das Herz derfeindlichen Länder eindrang, die glänzenden Erfolge seiner wohl be- !rechneten Märsche, die strategische Umsicht seiner Entwürfe, duKühnheit seiner Angriffe, die Vorsicht seiner Bewegungen, die Be-stimmtheit seiner Anordnungen, und die Gewißheit des Siegs. Barseinem hellen Blick entwirrte sich schnell die verwickeltste Lage. Errettete drei Mal Frankreichs Heer, und bildet, zwei Mal aus denTrümmern des geschlagenen ein neues. Über zedes Schicksal erha-ben, gebot er still und frei dem Sturme des Kriegs. Nicht Marsbewegte seine Brust, sondern Pallas Athene. So schlug er i?y6den General Latour den zten Juli bei Rastadt, den Erzherzog Carlden hten Juli bei Ettlingen; so siegte er auf seinem Rückzüge, von66,000 Feinden umringt, mit 45,000 Mann bei Biberach den sie»Oktober; so drang er, was Billars nicht gewagt, durch das Hil- jlenthal des Schwarzwaldes; so bebauptete er, selbst geschlagen, umbei ErnmendingeN den igten Oktober und bei Schlierigen den Lgsteo >Oktober den Ruhm und die Trophäen siegreicher Waffen. AI« er ^damals über den Rhein zurückzugehn gezwungen ward, weil Jour- /Hans Heer durch Carls von Österreich Siege vernichtet war, dahielt er noch vor Kehl und Hüningen, durch standhafte Vertheidi-gung dieser schlecht befestigten Plätze, den Sieger vier Monate langauf, und dadurch von Italien ab, wo indeß die französischen Waf-fen Mantua sich unterwarfen. So wurde Moreau nur dann ge-, schlagen, wenn fremde Schuld es ihm unmöglich machte, der Schlachtauszuweichen. Aber nie gab er Preis die Ehre der Waffen; undmit den Trümmern eines Heers leistete er dem Staate oft mehr ^Dienste als mancher Andre mit seiner siegreichen Armee. Allein über >jeden Feldherrn seiner Nation erhebt ihn, der bescheiden wie Cati- !nat, edelmüthig wie Lurenne, und brav wie Luxemburg war, die >Menschlichkeit, mit welcher er den Krieg führte. Unter seiner An-führung, durfte er selbst sagen, war der Krieg nur auf dem„Schlachtfelde eine Geisel." Er verschmähte, sich zu bereichern;er jagte räuberische Generale, wie Bandamme, von seinem Heereweg; er strafte betrügerische Beamte nach der Strenge des Kricgs-rechts. Die Besiegten achteten ihn; und in Prag 1814, drückteihm der Kaiser Franz die Hand, daß er seine Völker in Deutsch-land und Italien menschlich behandelt. So streng er war in derKricgszuchk, so mild war er im Umgänge mit seinen Waffenge-fährten. Ohne Prunk, mäßig und einfach, theilte er mit den Sol-daten Mangel und Noth. Sie nannten ihn, auch dann noch, wennsie geschlagen, wild und unzufrieden waren, Vater, Erretter. Erallein hielt die Empörten zusammen; sie gehorchten ihm, er mochte