Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
460
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462 Morgan» Morgarten

»rirutioiiilirl rusäioarurn iäea; 2. Üpistolao anatomicae; g. De !

reclii,», st ssusis rnorborum per snslomen iucj»^i>r>» libri V; n

4. Verschiedene Briefe in der neuen Ausgabe von Balsava. — Mor- «

gagni hat seinen Namen einer kleinen Öffnung der Zunge und ei- t

nein Muskel des Zapfens gegeben, weil er sie zuerst entdeckte. i

Er starb im Jahr 1771 in einem Alter von y-, Jahren. Seine i

Werke sind von ihm selbst gesammelt 1765 in 5 Foliobänden zu Be- cnedig erschienen. z

Morgana, s. Fast a Morgan a. <

Morgarten. An der Gränze des Landes Schweiz befindet !

sich der Ageri - See, Er ist nur eine Stunde lang, aber sehr tief >

und reich an Fischen allerlei Art. An der Ostseite dieses Sees er- >

hebt sich der Berg in dem Morgarten, dessen größter Theil I

dem Conto» Aug angehört. Er ist durch eine Schlacht merkwür- l

big, die durch nachfolgende Ereignisse herbeigeführt wurde. Im i

Jahre 127z gelangte Graf Rudolph von Habsburg, nach l

Kaiser Richards Tode, zn dem erledigten Throne. Zu seinen !

Bundesgenossen gehörte die Schweiz, der er die Aufrechthaltung «

ihrer alten Freiheit versprach. Sein Sohn und Nachfolger, Her- 1

zog Albrecht, ging von andern Grundsätzen aus. Er hegte den -

Alan, Helvetien in ein besondres Herzogthum umzuwandeln, das s

(wie die Geschichte will) einem seiner Sohne zugedacht war, undkaufte in dieser Absicht von dem Äbte von Mutbach die Stadt lLucern und seine Gerechtsame in verschiedncn Dörfern des OrtrS lSchweiz. Dieser sein Plan war vor allen übrigen den drei Orten(Cantons), Uri, Schweiz und Unterwalden verhaßt. Sie zogen sieh !dadurch den höchsten Unwillen des Kaisers zu, der ihnen die Be- !stätigüng ihrer Privilegien versagte» und sie der Willkür (oder >vielmehr der Barbarei) seiner Reichsvögte überließ. Es zeichneten .sich unter diesen Tyrannen vorzüglich aus: Geißler (nach andern !Schriftstellern Grisler, und noch andern Geßler), Bogt von

Schweiz und Uri, und Bilger v on Land erberg, Vogt von Un- i

terwalden, welcher letztere dem Heinrich von Melchthal, wi- !der alles Recht, beide Augen ausstechen ließ. Durch diese und an- !dre Grausamkeiten wurden drei eben so muthige als kluge Män-ner, Werner von Stauffach aus Schweiz, WaltherFürst aus Uri, und Arnold von Melchthal aus Unterwal-den, veranlaßt, sich zu verschwören, das österreichische Joch zu zer-brechen, es koste, was es wolle; denn kein Preis, und wäre c§das Leben, war ihnen zu hoch. So entstand die Eidgenossen-schaft. Mit diesem Namen benennt man noch die Schweiz biSauf den heutige» Tag. Kaiser Albrecht griff zur Gewalt, wurdeaber von dem Sohne seines Bruders, Jhhann von Habs-bürg, ermordet. Die verbündeten drei Cantone, mit denen sichdemnächst andere vereinten, hingen dem Kaiser Ludwig vonBayern an, denn das Haus Habsburg war ihnen verhaßt. Da-durch wurde Kaiser Friedrich von Österreich im hohen Grade er-grimmt. Er erklärte die .Schweiz in die Acht, und der Bischofvon Costanz schleuderte den Bannstrahl auf sie herab. Kaiser Lud-wig und der Erzbischof von Mainz sprachen von beiden sie lo»,und Kaiser Friedrich sah also wohl ein, daß wirksamere MM«nothwendig wären. Er zog im Jahre 1315 ein aus 20,000 Mannbestehendes.Heer zusammen, dessen Oberbefehl seinem Bruder, Leo» >pold von Österreich, anvertraut wurde. Er rückte damit auf 0» ,