Band 
Sechster Band. M und N.
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462 Morgenstern Morhof

gleiche Weise färbt. Eine hochrothe oder feurige Morgenröthe wirdals Borbote eines trüben rcgenhaste», und eine recht glänzende Abend-röthe als Anzeige eines heitern morgenden Tages meistentheils mitGrunde angefshn. Man erklärt dies dadurch, daß die Morgenrötheeine Wolkenmaffe verkündigt, die für den anbrechenden Tag vonOsten nach Westen über den Horizont heraufziehe; die Abend-röthe hingegen eine vom Horizonte sich entfernende Wolkenmaffebedeute.

Morgenstern, s. Venus und Planeten.

Morghen (Rafael), geboren zu Neapel im Jahr 1758, stammtaus einer Familie, die sich in der Kupferstecherkunst bereits früherhervorgethan hat. Er genoß den ersten Unterricht in dieser Kunstvon seinem Vater, kam aber bald nach Rom unter die Leitung desso berühmten Volpato. Hier nahm er Theil an der Bearbeitungder Folge von Blättern, welche Bolpato nach Rafaels Stanzenge-mälden im Vatican herausgab, und welche immer als eine der vor-züglichsten und bedeutendsten Arbeiten des Grabstichels werden ange-schen worden. Eines von jenen Blättern, das Wunder der Messezu Bolstoa, ist unter seinem Namen erschienen. Wenn auch in die-sem Blatte eine gewisse Härte und Ängstlichkeit noch unverkennbarist, so zog dennoch die Reinlichkeit und Zartheit der Behandlungschon damals Mer Aufmerksamkeit auf den jungen Künstler. Abererst durch seine spätern Arbeiten, die Aurora nach Guido, dirDianenjagd nach Domenichino, den Parnaß nach Mengs, vor allcnaber durch eine heilige Familie und die Stunden nach Poussin, >»-gleichen eine Madonna nach Fra Bartolomeo bewährte er die Hoff-nungen, welche man sich von ihm gemacht hatte. Richtigkeit derZeichnung, Bestimmtheit der Umrisse, Klarheit und Reinheit, mah-lerischer Effect, 'erblinden mit der größten Zartheit der Behand-lung, sind die Verdienste, welche diesen Künstler zu dem größte»Kupferstecher der neuern Zeir machen. Während dieser Zeit verhci-rathete sich Morghen mit einer Tochter seines Lehrmeisters Bolpato.Im Jahr 1792 folgte er einem Ruf nach Florenz, und unternahmfür den dastgcn Hof die Arbeit, die schönsten Gemählde der dortige»Gallerie in Kupfer zu stechen. Zuerst erschien seine Madonna deffaSedia nach Rafael, unter der großen Menge von Copien nach die-sem Meisterwerk der Kunst unstreitig diejenige, die dem Originalam nächsten kommt. Nach der Zeit gab er seinen ersten Kupferstichnach Rafaels Verklärung heraus, welches Blatt jedoch zum große»Theil von seinem Bruder Anton gearbeitet ist, weil Rafael Msr-ghen an einer langwierigen Angenkrankheit lirt. Er unternahm spä-terhin ein zweites Blatt, welches von ihm allein herrührt, und MI. Isis erschienen ist. ES folgte sodann das Abendmahl nach Leo-nardo da Vinci, welches als eines seiner Hauptwerke schon jetzt wenüber den frühern Preis bezahlt wird; eine Magdalene nach Munl-los, die Bildnisse Rafaels, Dante'sj Petrarchä's und Lasso'S, un«außer mehrern kleinern Arbeiten sein obcrwähntes Blatt, die Ver-klärung. Morghen ist im Jahr 1803 zum Mitglied des französische»Nationalinstitutes ernannt worden, und lebt noch gegenwärtig >»

^ ^Morhof (Daniel Georg), wurde am 6ten Februar Mzu Wismar geboren, besuchte die Schule feiner Vaterstadt undPädagogium zu Stettin, und studirtc seit 1657 zu Rostock uSiechte, wobei er auch die huMnistischen Wissenschaften trieb, v» '