. Mornay Morpheus 47S
l und eine platte Nase, und sind größtenthrils Hon einem «ngeneh-^ «cn, gelehrigen und höflichen Wesen; diejenigen hingegen, welchein den Gegenden von Duare und Bergaraz wohnen, haben brauneHaare und länglichte Gesichter, sind olivenfarbig und gutgewachsen,aber unbeugsam, übermüthig, kühn und raubgierig. Sie sind ge-schworn« Feinde der Türken, haben denselben im Krieg« stets Ab-bruch gethan, reden die slavonische Sprache, und bekennen sich meistzur griachischen Religion.
Mornay (Philippe de), Herr von Plessts-Marly, geboren zuLuhy oder BiShüy in der Normandie 1540, wurde zu,Paris erzogenund machte schnelle Fortschritte in den Wissenschaften und in derTheologie. Man bestimmte ihn anfänglich der Kirche, aber sein«Mutter, eine heimliche Protestantin, verschloß ihm die geistliche Lauf-bahn. Räch der Bartholomäusnacht bereiste er Italien, Deutsch-land, die Niederlande und England. Dem Könige von Navarra,nachmaligem Heinrich IV., der damals das Haupt der protestanti-schen Partei war, diente er mit seinem Degen und seiner Feder.Er war sein Gesandter bei der Königin Elisabeth und betrieb dieAngelegenheiten seines Herrn, an den ihn wahre Freundschaft^ knüpfte, mit Treue und Glück. Er wirkte aus allen Kräften mit,
§ diesen Fürsten auf den Thron zu heben. Als dieser aber zur catho-! lischen Religion übertrat, machte er ihm lebhafte Borwürfe und zogsich vom Hofe zurück, ohne daß der Kövig darum aufhörte, ihn zulieben. Seitdem war Mornay die Seele der Protestanten; man, nannte ihn ihren Papst. Er verfocht die Lehrsätze seiner Parteimündlich und schriftlich. König Heinrich IV. machte ihn 1590 zumStaatsrath und in der Folge zum königlichen Rath und Statthalter»on Saumur. Hier errichtete Mornay eine Akademie für seineGlaubensgenossen, die viele treffliche Männer gehabt hat. Eineseiner Schriften über die Mißbräuche der Messe empörte die ganzekatholische Geistlichkeit; Mornay wollte seinen Gegnern nur in eineröffentlichen Conscrenz antworten. Diese Conferenz fand 1600 inZontaiuebleau Statt. Du Perron, Bischof von Evreur, war feinGegner, dem es theils durch überlegne Gelehrsamkeit, theils aberauch durch allerlei Kunstgriffe gelang, den Sieg davon zu tragen.Seiner Partei zog Mornay durch diesen nicht wohl überlegtenSchritt bedeutenden Nachtheil zu. Als er später gegen LudwigXIII. die Sache der Hugenotten führte und ihm sehr dringende-Vorstellungen machte, um ihn von gewaltsamen Maßregeln abzuhal-ten, verlor er, ohne etwas bewirkt zu haben, 1621 sein Gouver-! henient von Saumur. Er starb 162z. Ein schönes Denkmal hatihm Boltaire in der Henriade gesetzt; weniger günstig beurtheiltihn Huet. Wenn aber auch Letzter» sein bischöflicher Eifer oft zu
> weit führt, so hat er doch Recht, wenn er Mornay Mangel an
> gründlicher Gelehrsamkeit vorwirft. — Unter seinen Schriften wardie über die Wahrheit des Christenthums (I^a vorirs äo In roiigioir
! cdrotienne) die geschätzteste; aber die über das Abendmahl ( 1 )o I'in-«ilucion, ussz-8 er ltoorri»» äs 1'Lvetisirikl«) machte das meiste! Aufsehn. Schätzbar für den Historiker sind seine Memoiren, 4j Hände in Quart, so wie seine Biographie,i Morpheus (wörtlich übersetzt der Nachbildende), war nachder Götterlehre der Griechen und Römer ein Diener des Gottes
> des Schlafs, und wohnte bei demselben in Cimmcricn (s. Cimbern)! i" einer stillen, dämmernden und nie von den Sonnenstrahlen erlouch-