482 Moschus Moser >
Moschus oder Bisam, eine starkriechende Substanz, weläe 'von dem männl chen Eisamthirre gewonnen wird. Ur-prünglich ißsie weich; getrocknet ist sie zerreiblich, von Farbe schm-.tzig, schwarz-bräunlich, und dem geronnenen Geblüt ähnlich; ihr Ge chmack ißetwas harzig und bitterlich. Der Moschus macht eine. bedeutende,!Handelsartikel aus. Er wird aus China, Ostindien und Perst»durch die Engländer nach Europa gebracht. Auch Rußland erhältaus seinen asiatischen Provinzen viel Bisam; allein dieser, so wieder ostindische, ist viel schlechter als der tibetanische. Wegen seiner lKostbarkeit wir- er auf verschiedne Weise verfälscht. In der Mein- ^ein bedient man sich des Moschus als eines Reizmittels. SeineVerwendung zu Wohlgerüchen ist bekannt.
Mosel, ei» ansehnlicher Fluß, welcher oberhalb Riremvnt indem Voghesengcbirge entspringt, bei Charmes für kleinere Fahr-zeuge schiffbar zu werden anfängt, bei Metz völlig schiffbar wirdund sich bei Coblenz in den Rhein ergießt.
Moser (Joh. Jacob), einer der fruchtbarsten Publiciste» iDeutschlands, wurde zu Stuttgart den löten Januar 1701 gebo-ren, besuchte das Gymnasium daselbst, und. bezog 1717 die Univer-sität Tübingen, wo er 1720 Licentiat der Rechte und noch i» dem-selben Jahre außerordentlicher Professor der Jurioprudenz wurde.
Da er jedoch nicht den gehofften Beifall fand, so ging er 1721 nachWien, nachdem ihm vorher auf sein Ansuchen der Charakter einesherzoglich wivtembkrgischen Regierungsraths ertheilt worden war.
Zu Wien ward der damalige Reichsvicekanzler, Graf von Schdn-born, sein -vorzüglicher Gönner, und verschaffte ihm bei dem KaiserCarl VI- mehrere Audienzen. Da er aber weiter nichts für ihnwirken konnte, so kehrte Moser in sein Vaterland zurück, verließ .
aber dieses bald wieder, weil man ihn für einen Spion am kaiser-lichen Hofe ansah, und ging aufs neue nach Wien. Da eine noch-malige Reite nach Wirtembecg ihn überzeugte, daß daselbst für ih»nichts zu hoffen sey, so wendete er sich 1725 ganz nach Wien, undlegte seine wirtcmbergischen Dienste nieder. Weil jedoch das wirteni-bergische Ministerium von seinem Aufenthalt zu Wien nachtheiligeFolgen für das Land besorgte, so wurde er schon im folgenden ,
Jahre als wirklicher Regierungsrath nach Stuttgard berufen, und §
1727 zum ordentlichen Professor der Rechte bei dem fürstlichen Col- §
legium in Tübingen bestellt. Der Fleiß, welchen er hier aufsein« §
Vorlesungen und Schriften wendete, zog ihm mancherlei Anfechtun- 1
gen von Seiten seiner College» zu, welche ihn endlich sogar bewo< 1
gen, seine Stelle niederzulegen. Unterdessen wurde er schon 17ZZ s
von dem neuen Herzog Carl Alexander wieder in seine vorige Rc- c
gicrungsrathSstelle eingesetzt, welche er 1736 mit der eines preußi- >
schon Gehe>meraths, Directors der Universität und Ordinarius der " ,
Juristcnfacultät äuf der Universität zu Frankfurt an der Oder ver- >
tauchte. Verschiedne Verdrießlichkeiten bewogen ihn aber, diese ,
Ämter i7Zy niederzulegen, und in dem Dorfe Ebersdvrf, im reich- i jsehen Voigtlande, zu »rivatisircn. Hier lebte er acht Jahr sehr ,
glücklich, bis ihn die Ausbreitung dev herrnhutischen Secte an du- -
sem Orte, welche ihn und seine Familie vom Abendmahl ausschlvs- ^ ,
scn, auch von hier vertrieb. Er wurde nun 1747 vom Landgrafen §
zu Hessen-Homburg als Geheimerath und Chef der Kanzlei bern- r
fen, allein der Widerstand, den er hier in der Ausführung feinet t
Cameral- und andern Grundsätze erfuhr, bewog ihn, seit 174? i