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Monate lang betrieb er in London das Lieferungs - Zahlgeschäst fürdie von England besoldete ailiirte Armee. Dieser Aufenthalt unterden merkwürdigen Insulanern gab seinem Geiste jenen seltnenReichthum an praktischen Blicken. Überall im bürgerlichen Ge-schäftsieben sah er klar den innern Zusammenhang des Zwecks undder Mittel; er dachte aber nicht bloß, sondern arbeitete auchmit beharrlichem Eifer als Staatsmann; und sein edles Her; er-hielt ihn stets auf der Höhe des Weltbürgers und Menschenfreunde«.Als Schriftsteller brachte er aus dem Lande der Freiheit und desWohlwollens (clis kancl ok fresüoin anst Iiensvolsnoo) jene un-nachahmlich heitre Laune eines hellen Kopfs und unbefangnen Sin-nes zurück, die seinen Schriften classischen Werth gibt. Jetzt trater in ein eben so schwieriges als wichtiges Verhältniß als Staats-diener. Zwanzig Jahre lang war er, so lange die Minderjährig-keit des Prinzen von England, welcher als protestantischer Bischofim I, 1761 Osnabrück erhielt, dauerte, zwar nicht dem Titel nach,aber in der That der erste Rathgeber des Regenten. Er diente zu-gleich dem Landesherr», den der König von England vertrat, undden Ständen. Beider Vortheil war nicht immer ein und derselbe.Nur Mösers ausgezeichnetes Talent, seine gründliche Geschaftskennt-niß und sein Fleiß, verbunden mit unerschütterlicher Redlichkeit,kluger Billigkeit und der reinsten Uneigcnnützigkeit, führten ihn ge-rade und tadelfrei durch alle Reibungen hindurch. Offen, gut, ver-ständig, weiterfahren und unterrichtet, wie er war, verschmähte «rden Schleichweg, entdeckte er schnell den Irrthum, sah er leicht ver-borgne Mängel, und erklärte sich fest und großherzig für alles Ge-meinnützige, das er mit Kraft und Klugheit beförderte. Sein Wis-sen unterstützte seinen Scharfsinn, ohne je den ihm eigenen richtigenBlick zu verwirren. Von 1762 an war er sechs Jahre lang Justi-tiarius beim Criminalgerichte in Osnabrück, und nachdem er dieseStelle niedergelegt, geheimer Referendar bei der Regie-rung bis an seinen Tod. Nur auf wiederholtes Verlange« derRegierung nahm er im I. 178Z den Titel eines geheimen Ju-stizraths an. So groß sein Ruf in seinem Wirkungskreise war,so achtungs- und liebenswerth erschien er in dem engern Kreise desHauses und der Gesellschaft. Seinen Pflichten unermüdet treu, fürgeistigen Genuß stets empfänglich, gab und empfing er Lebensglück>n der Mitte der Seinigen; in der Stadt und im Lande — wie erselbst mit Rührung bekannte — erfreut durch Vieles, betrübt durchWeniges, gekränkt durch nichts. Nach dem Tode seiner trefflichenGattin im I. 1787, und seines hoffnungsvollen Sohns weihte ihmb>e zarteste Sorgfalt der Liebe und geistiger Unterhaltung seineTochter, vermählte von Woigt. Im I. 1792 feierte die osna-brucksche Ritterschaft sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum,sie sein ausgezeichnetes Verdienst als Mensch, Bürger, Staats-diener, Gelehrter und Schriftsteller, der die Zierde seiner Nationund Vaterstadt, der Freund seiner Mitbürger, der wirksame Beför-derer des Guten, Wahren und Schönen sey, öffentlich anerkannte.Äöser war ein großer, stark und ebenmäßig gebauter Mann.«»» Vater wagte daher nicht, ihn vor das I. 1740, wo FriedrichWilhelm'!., König von Preußen, starb, der bekanntlich alle jungedeute, die höher als fünf Fuß sieden Zoll waren, seiner Grenadier-barde einzuverleiben wünschte, außer Sandes auf eine hohe Sckul««u schicken. Er flößte durch sein Äußeres schon Achtung ein. Sein