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Gang war fest und sicher; sein Wesen ernst und freundlich ; seinGesicht treuherzig und klug, nicht obne Würde, aber ausdrucksvollund herzlich, das es jedem.Zutrauen einflößte, Moser lachte selten,aber fast immer schwebte auf seiner Stirn und um seinen Mund je-nes beirre Lächeln der homerischen Wörter. Ohne alle Habsucht undEigennutz harte er doch ein Mal in jünger» Jahren den Wunsch,Gold machen zu wollen; wohl die einzige Verirrung seines gesundenVerstandes! So lebte er einig mit der Natur, mit der Welt undmit seinem Gewissen. Seine Erholung war der Umgang mit Freun-den in Pyrmont; er brauchte nicht den Brunnen, nur gesunde Luftund geistig heitres Gespräch. Krankhcirsansällc wollte er durchRuhe besiegen; denn er bildete'sich ein, die Natur kämpfe selbstdas Übel nieder, daher dürfe er sie nicht stören. Erst in seinerletzten Krankheit, im 74sten Jahre, erkannte er seinen Irrthum;er fühlte die Nähe des Todes, und sagte eingedenk jener Meinung,voll Gleichmuth: ich habe den Prozeß verloren. Er machte daraufeinige Anordnungen, ließ seiner Tochter danken, sagte: er sey nunmüde und wolle schlafen, — und entschlief. Ohne Schriftsteller-ruhm zu suchen, fand er ihn durch seine gründlichen, geistreichenund beredten Schriften. Mit Sachkunde, freiem helle» Weitblick,aus warmer voller Brust und mit unerreichbarem Humor schrieb er«über Fehler und Verbesserung der Sitten, über öffentliche Anstal-ten, über Geschichte, ftaats - und bürgerliches Recht; und sowohlder innre Gedalt seiner Schriften, als ferne treffliche, originelleSchreibart sichern ihm unter den deutschen Prosaisten eine der er-ste» Stellen. — Seine o sn a brü ckische Geschichte 2 Th. biszum I. iiy2 (Neue Aufl. Berlin 1780), ist voll von scharfsinnige»und eindringenden Bemerkungen, die übet die ältere deutsche Ge-schichte manchen wichtigen Ausschluß geben, z. B. daß die Schutz-pflicht der Verwandten der Hauptgrund der deutschen Erbfolge sey,daß selbst in den neuern RcichSmatrikeln noch das Dienstmannschast-Ca-aster durchblicke u. a. m. Als deutsches Rationalwerk aber wer-den seine patriotischen Phantasien, herausgegeben von sei-ner Tochter I. W. I. von Voigt (Zr Th. Zte Aufl. Berl. 1M4,40 Th. 1786, mit Mösers Bildniß), stets allgemein gelesen und be-herzigt zu werden verdienen. Sie entstanden aus den Intelli-genz b I Lttern , weiche Möser für Osnabrück von 1766-178»schrieb, um die Einwohner mit den Angelegenheiten des Landes auseine zweckmäßige Weise bekannt zu machen, und zu ihrer Cultur i»aller Hinsicht Mitznivirken. Man bewundert, welchen feinen Ge-brauch er von seiner Gelebrsamkeit, seinem Geschäftskreise und r»» jseiner Lectüre zu machen wußte, den Witz, mit welchem er oft ge- -sagten Wabrheiten den Reiz der Neuheit gab, die Laune, mit derer den Ernst aufheitelte, und das milde, herzliche Wohlwollen, n>>tdem er über alles Menschliche sich menschlich aussprach. Alle, diefür die Station schreiben, sollten Mösern studircn. Seine ver-mischten Schriften, 2. Th,, nebst Mösers Leben, heraus-geg. von Fr. Nicolai, Berl. 17Y7 folg., enthalten Aufsätze vollLaune und Menschenkenntmß, z, B. den auch i»s Englische übersetzt!»Harlekin, oder Vertheidigung des Grotesk-Komischen, über diedeutsche Sprache und Literatur (gegen Friedrich ll). Niudie Vertheidigung der Leibeigenschaft steht mit Möür«Geist und Herzen im Widerspruch. Man vergl, Mösers LebenSchlichtcgrolls Nekrolog 17Y4. II. tk.